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Schulweg

Kinder warten auf den Bus

LIPPRAMSDORF Seit Jahren streiten sich Eltern aus dem Holt mit der Stadt um eine Schulbuslinie. „Zählt Rentabilität mehr als die Sicherheit unserer Kinder?“, Bernhard Hüls spricht sich viel Frust von der Seele.

Kinder warten auf den Bus

Daumen raus, die Jungs aus dem Holt wollen in die Schule - aber es kommt kein Bus!

Die Nachbarschaft Im Holt seitlich der Lembecker Straße ist der einzige Nahverkehrsbereich, der keine Grundversorgung mehr hat. 1996 wurden die Haltestellen demontiert, weil alle Kinder die Schule absolviert hatten. Das hat sich längst wieder geändert, neun Kinder sind zurzeit auf „Taxi Mama“ angewiesen, wenn sie Kindergarten, Grundschule oder die 3,5 Kilometer entfernte Buslinie nach Haltern erreichen wollen. Die Jungen und Mädchen mit Rädern zu schicken, wäre zu gefährlich. Die Strecke führt mitten durch den Wald. Die Solidarität von Eltern aus Hullern-Westrup nutzte überhaupt nicht. Dort verzichteten Familien auf eine Buslinie in der Hoffnung, dass die Busse dann nach Lippramsdorf umgelenkt würden. Die Strecke wurde aufgelöst, der Holt schaute trotzdem in die Röhre. Schriftlich gingen die Argumente hin und her, aber für die Familien im Holt gab es nie eine positive Nachricht.

Anregungen, die kaum genutzte Tannenberg-Route zu ihren Gunsten aufzulösen oder auszuweiten, schlug die Stadt ebenfalls in den Wind. „Die Rentabilität ist nicht gegeben“, schrieb Bürgermeister Bodo Klimpel. Das Gleichheitsrecht, finden die Familien Kloth, Uhlenbrock, Hüls, Kleine-Kappenberg, Kleine-Büning und Vierhaus, werde massiv verletzt. „Es gibt so viele Linien, die überflüssig sind“, ärgert sich Bernhard Hüls über konsequente Ablehnung. Den Familien würden schon zwei Schulbusfahrten morgens und mittags reichen, notfalls müssen die Kinder aufeinander warten.

Die Lippramsdorfer haben ihr Anliegen vielfach vorgetragen, im Schulamt seien sie immer auf Verständnis gestoßen, aber mit Bürgermeister Bodo Klimpel fanden sie dennoch keinen Konsens. Die Stadt sieht die Problematik, aber angesichts der desolaten Haushaltslage kann sie, so Schulamtsleiter Ludger Muck nur einen Kompromiss anbieten. Sie zahlt den Familien für ihre privaten Fahrten schon jetzt eine Wegstrecken-Entschädigung, würde diese aber sogar jährlich auf 2500 Euro ausweiten. Dafür müssen die Betroffenen den Fahrdienst selbst organisieren. „Wir können nicht für jeden eine Einzellösung finden, die Stadt erreicht mit diesem Vorschlag die letzte Grenze des Zumutbaren.“ „Diesen Dienst für alle Kinder kann niemand von uns leisten“, sagt aber Dagmar Hüls. Ein Chauffeur ist nicht in Sicht. Die Vestischen Straßenbahnen Herten prüften im Auftrag der Stadt den Aufwand. „Um den Holt ans Nahverkehrsnetz anzuschließen, sind zusätzliche Fahrten mit höherem Aufwand notwendig. Die Stadt muss entscheiden, ob sie das bezahlen will“, sagte dazu Pressesprecher Reimund Kreutzberg. „Schulbusfahrten sind nie rentabel, das ist immer ein Stück Sozialarbeit.“ Derweil warten Christoph, Steffen, Jonas und ihre Freunde aus dem Holt weiter geduldig – auf den Bus.

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