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Sythenerin in Afrika

Martina Möllers engagierte sich für die Welthungerhilfe

HALTERN Afrika lässt sie nicht mehr los: Seit zehn Jahren ist Martina Möllers für verschiedene nationale und internationale Hilfsorganisationen auf dem Kontinent in der Gesundheitsfürsorge tätig. Jetzt bereitet die Sythenerin den Aufbau einer eigenen Klinik für Mutter-Kind-Betreuung und Malaria-Prävention in Äthiopien vor.

Martina Möllers engagierte sich für die Welthungerhilfe

Afrika ist ihre Faszination: Martina Möllers aus Sythen will in Äthiopien eine Klinik für Mutter-Kind-Betreuung aufbauen.

Es ist der „African Spirit of Life“ der sie fasziniert. „In ihm fühle ich mich geborgen und aufgehoben“, sagt Martina Möllers und weniger ihre Erläuterungen als vielmehr das Leuchten ihrer Augen vermittelt dem Besucher einen Eindruck, was sie damit meint. Lebensfreude, Herzlichkeit und Spiritualität sind nur einige Begriffe, die diesen „Spirit“, diesen Geist, skizzieren können. Es war ein langer Weg, der Martina Möllers nach Afrika geführt hat, geprägt durch ihre persönlichen Interessen einerseits und die Begegnungen mit zahlreichen Menschen andererseits. Die heute 51-Jährige wurde in Recklinghausen geboren, zog als kleines Kind nach Sythen. „Hier fühlte ich mich immer wohl, konnte toben und tollen so viel ich wollte“, sagt sie. Sie absolvierte die mittlere Reife, wechselte aufs Gymnasium nach Recklinghausen.

Biologie und Chemie waren ihre Leistungskurse, schon als Kind hatte sie sich für biologische und medizinische Themen interessiert. „Ich habe mein Blut unterm Mikroskop selbst untersucht und war fasziniert von dem, was ich sah, wollte mehr wissen über Krankheiten und Infektionen“, erinnert sie sich. Martina Möllers absolvierte in Essen ein Fachstudium zur Medizinisch Technischen Assistentin (MTA) sowie zur Fach/ Lehr-MTA für medizinische Mikrobiologie. Es folgten weitere berufliche Stationen und weitere Studiengänge. Martina Möllers heiratete und bekam zwei Kinder. Von 1994 bis 1999 lebte sie in Frankreich, kam hier mit Menschen unterschiedlicher ethnischer und kultureller Herkunft in Kontakt.

Sie engagierte sich in der katholischen und der evangelischen Kirche, unter anderem in der KAB und der Kolping-Bewegung sowie bei den Pfadfindern. Dadurch kam sie 2002 in Geldern mit einem Priester aus dem Kongo in Kontakt, der sie erstmals nach Afrika einlud. Über das Internationale Rote Kreuz nahm sie an Workshops bei der UN in Genf teil und fasste schließlich den Entschluss, „noch einmal was ganz Neues zu machen“. Sie studierte Internationales Projektmanagement, paukte verschiedene Sprachen, frischte neben Französisch ihre englischen Sprachkenntnisse wieder auf, lernte Kisuaheli und weitere afrikanische Regionalsprachen. Letzter Ausbildungsschritt war der Abschluss eines Master-Studiums an der Universität in Edinburgh. Ab 2008 arbeitete sie in Äthiopien, Tansania und weiteren afrikanischen Ländern im Bereich der Wasserversorgung, der Mutter-Kind-Gesundheit,der Hygiene und der HIV- und Malaria-Prävention.

„Mehrfach war ich im Auftrag der Welthungerhilfe sowie von nationalen und internationalen Missions- und UN-Organisationen unterwegs, zum Beispiel auch für World Vision“, sagt Martina Möllers. Die Mutter-Kind-Gesundheitsexpertin wurde mit diversen Gesundheitsproblemen der einheimischen Bevölkerung konfrontiert, unter anderem auch mit dem Problem der Genitalverstümmelung bei Frauen. Die wichtigste Aufgabe sieht Martina Möllers aber in der Malaria-Prävention in Afrika. „Aids ist ein Problem, das auch im Westen präsent ist, deshalb investieren die Pharmakonzerne hier in Medikamente, es ist ein lukratives Geschäft“, sagt sie. „Malaria kommt bei uns normalerweise nicht vor, somit ist das Interesse an flächendeckender medizinischer Versorgung und Entwicklung von bezahlbaren Medikamenten bei den großen Pharmakonzernen kaum vorhanden. Deshalb können naturheilkundlich komplementärmedizinische Behandlungsmethoden ein erster Schritt auf dem Gebiet der medizinischen Versorgung sein und den Ärmsten der Armen eine gute Erstversorgung bieten.“

Trotz der oft schwierigen Arbeitsbedingungen empfindet Martina Möllers ihre Arbeit in Afrika als ungeheuer bereichernde Erfahrung. „Die Menschen begegnen auch schwierigen Situationen mit Optimismus und Lebensmut, gepaart mit einer unglaublichen gegenseitigen Unterstützung“, sagt sie. Als sie selbst am Krebs erkrankte, erfuhr sie am eigenen Körper und Geist die spirituelle Kraft des „African Spirit“. „Gespräche, gemeinsames Singen, die Anteilnahme und Wertschätzung meiner afrikanischen Freunde und Kollegen haben mir ermöglicht, meine eigenen Selbstheilungskräfte zu aktivieren, so schwer das vielleicht nachzuvollziehen ist, wenn man es nicht selbst erlebt hat“, sagt sie heute. Nach ihrer Genesung will Martina Möllers deshalb diese Energie wieder zurückgeben, will mit ihren Kenntnissen und Erfahrungen und „geborgen in den Händen Gottes“ wie sie selbst sagt, insbesondere Frauen und Kindern in Äthiopien und später auch Tansania zur Seite stehen.

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