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Mit Nachtwächter Paul durch die dunklen Gassen

HALTERN Die sechste Führung durch das abendliche Haltern widmete Paul Schrör, Kiepenkerl aus Sythen, der Klasse 7b der Joseph-Hennewig-Schule von Bernd Ostrowski.

Mit Nachtwächter Paul durch die dunklen Gassen

Nachtwächter Paul führt durch die dunklen Gassen.

„Hört Ihr Leut und lasst Euch sagen, die Kirchturmuhr hat fünf geschlagen“, versammelt er die Jugendlichen bei anbrechender Dunkelheit und Temperaturen um den Gefrierpunkt um sich. Das Alte Rathaus ist der Ausgangspunkt für 100 Minuten Geschichten und Geschichte über Haltern. Oder: Ausgangspunkt für Dichtung und Wahrheit über eine Wegstrecke von 2,5 Kilometern quer durch die Stadt. Wie Nachtwächter Paul so in seinem langen dunklen Gewand, dem schwarz eingefärbten Schützenhut von Ingo Busse, mit Hellebarde in der einen und Laterne in der anderen Hand da steht, zieht er die Blicke auf sich. Passanten drehen sich neugierig um, verweilen kurz, lauschen. Oder rätseln: „Keine Ahnung, was der da macht.“ Was der da macht, macht Spaß. Vom Rathaus zur Sixtuskirche, über die Goldstraße und den Disselhof zum Lohmännken, über den Alisowall zum ältesten Haus Halterns, zum Siebenteufelsturm, zum Varus, über den Stadtgraben zum Judenfriedhof, vom Lipptor über die Lippmauer und Mühlenstraße zurück in die Stadt. An jeder Station hat der Nachtwächter etwas zu erzählen.

Er berichtet von der Pest im 17. Jahrhundert, die den Disselhof zum Sperrbezirk deklarierte. Weil dann so viele Disteln auf dem Wege wuchsen, hatte die Straße ihren Namen weg. Beim Lohmännken will er den Schülern weis machen, dass sie seinen Bart nur lange genug streicheln müssen, damit sie kein Unglück ereilt. Denn, wenn die hunzelige Gestalt bös gelaunt den Treckeberg erreicht, geht die Welt unter. Kathi kennt die Geschichte, sie kommt aus Lavesum. Aber auch Florian und Nikolaj kennen sich gut aus in der Vergangenheit, Nachtwächter Paul staunt. Am Siebenteufelsturm halten die Schüler ihre Ohren ganz dicht ans Mauerwerk. „In einigen Nächten könnt Ihr das verzweifelte Wimmern der Gefangenen vernehmen.“ Wer`s glaubt, wird hellhörig. Nachtwächter Paul stimmt beim „armen Varus mit den großen leeren Händen“ wieder sein Lied an. Es ist 18 Uhr. Die Schüler reiben die Beine aneinander, ziehen die Jacken noch höher zu, vergraben die Hände tief in den Taschen: Es ist lausig kalt. Aber eben auch interessant und manchmal sagenhaft witzig. Die Gruppe bleibt dem Nachtwächter deshalb auf den Fersen.

Jetzt wissen sie auch, warum die Lippstraße früher Spinatstraße hieß, aber sie wissen noch nicht des plattdeutschen Rätsels Lösung. Verraten darf ich sie leider auch nicht, auch wenn ich ihnen gern zum versprochenen Hausaufgaben-frei verhelfen würde. Aber Nachtwächter Paul schreitet bis Weihnachten noch 15-Mal mit Gruppen durch die Abenddämmerung. Vielleicht erzählt er dann andere Geschichten, aber er stellt immer diese eine Frage. Psst! Der Nachtwächter stößt noch einmal in sein Horn: „Euch eine gute Nacht, der Herr im Himmel über Euch wacht!“ Es ist 19 Uhr. Wenn das Horn nach diesem Gang über Eis und Schnee erkältet ist, denkt daran: Es wird mit Korn geschmiert.

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