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Testfahrer für Bus und Bahn gesucht

Neue App des VRR soll kilometerweise abrechnen

HALTERN Nur für die Kilometer bezahlen, die man tatsächlich in Bus und Bahn fährt – das ist das Prinzip eines neuen Tickets, das der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) ab Frühjahr in seinem Verbreitungsgebiet und damit auch bei der Vestischen im Kreis Recklinghausen testen will. Der Name des neuen Tarifs: „Next-Ticket“. Gebucht und nach Fahrtende bezahlt wird über eine App auf dem Smartphone.

Neue App des VRR soll kilometerweise abrechnen

Über die Internetverbindung des Handys soll die App erkennen, wie weit der Kunde gefahren ist und wie viel er dementsprechend zahlen muss. Foto: Foto: Kevin Kindel

Die Vestischen Straßenbahnen, die auch für Haltern zuständig sind, beteiligen sich an einem Test. Dazu werden 250 Testfahrer gesucht, die den neuen Tarif ausprobieren sollen. „Natürlich können sich da auch Halterner als Testfahrer bewerben“, bestätigt Norbert Konegen, der Pressesprecher der Vestischen Straßenbahnen. Man habe die Anzahl der Testfahrer aus dem Kreis sogar aufgestockt, um die Studie repräsentativ zu machen. „Wir haben ein großes Gebiet, von Haltern bis Wanne-Eickel und von Waltrop bis Bottrop, deshalb ist es für uns wichtig zu wissen, wie dieser Tarif angenommen wird“, sagt Konegen.

Zu Beginn der Fahrt checkt sich der Fahrgast über die App in das System ein, und sobald er den letzten Bus oder die Bahn am Ende seiner Fahrt wieder verlässt, checkt er aus. Mithilfe des GPS (Ortungsdienst) im Smartphone wird die zurückgelegte Strecke genau berechnet. Das System weist anschließend den Fahrpreis aus. Der setzt sich zusammen aus einem festen Grundpreis, den der VRR pro Fahrt berechnet, und den gefahrenen Linienkilometern.

HALTERN Samstagmorgen, 9.08 Uhr, Bussteig 4 am Halterner Hauptbahnhof: Werner Mohr zündet den Motor des Mercedes Sprinter. „Jetzt geht’s los“, sagt er. Der Halterner Bürgerbus startet zu seiner ersten regulären Fahrt. Und wir sind mit dabei.mehr...

Laut VRR-Sprecher Dino Niemann wird der Grundpreis zwischen 1,40 und 1,45 Euro liegen und der Kilometerpreis bei 20 Cent. Am Ende des Monats erhält der Kunde eine Rechnung. Zum Jahresbeginn 2018 werde der VRR mit einer Kampagne um Testpersonen werben. Interessenten können sich dann über eine eigens geschaltete Internetseite für den Test registrieren. Mindestens 3000 sollen es werden. „Es können aber auch mehr sein“, sagt Niemann.

Acht Monate soll der Test dauern. Zunächst gilt es zu prüfen, ob sich die Fahrgäste problemlos an- und abmelden können und ob die Technik einwandfrei funktioniert. Anfangs wird dabei noch der Fahrpreis nach dem aktuellen Tarif berechnet und erst später nach den gefahrenen Kilometern.

Der VRR denkt über eine Akku-Warnfunktion in der App nach, damit dem Smartphone des Kunden nicht mittendrin der Saft ausgeht. Auch eine „Preisbremse“ soll es geben, falls der Fahrgast beim Aussteigen vergisst, über die App auszuchecken. Datenschützer verweisen auf die Gefahr, dass mit der App ein Bewegungsprofil der Kunden erstellt werden könnte. Der Datenschutz sei gewährleistet, versichert dagegen Niemann. Kundendaten würden getrennt von Bewegungsdaten auf unterschiedlichen Servern gespeichert und nur für die Abrechnung miteinander verknüpft, erläutert der VRR-Sprecher.

Vorbild für das neue elektronische Ticket ist die holländische „OV-chipkaart“, die es seit 2012 in den Niederlanden gibt. Die Karte wird zu Beginn aufgeladen und dann vor und nach jeder Fahrt in Bus und/oder Bahn an Lesegeräten registriert. Nach Abschluss des Tests werden die Ergebnisse ausgewertet. Der VRR wird dann gemeinsam mit den angeschlossenen Verkehrsunternehmen entscheiden, ob der elektronische Tarif parallel zum klassischen Tarif in das Regelangebot übernommen wird.

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