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Noch einmal nach Litembo

Haltern/Litembo Wenn Sonntag der letzte Ton verklungen ist und der Schlussapplaus langsam verhallt, dann packt Orchestermusiker Dr. Markus Reidt ein. Dann vergehen nur noch zwei Tage und er hebt ab. Ohne Fagott, aber mit viel Idealismus im Gepäck.

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Die Küche des Krankenhauses in Litembo: Hier kochen die Familien für ihre kranken Angehörigen.

Ein Gitter trennt in der Apotheke Krankenschwester und Patient. Fotos (2) privat

Von Düsseldorf über Zürich nach Daressalam fliegt der Mediziner für zwei Wochen in ein Abenteuer. Im tiefsten tansanischen Busch, im kleinen Krankenhaus von Litembo, will Dr. Markus Reidt (Foto) helfen. Will Ärzte, Schwestern und Helfer im Umgang mit medizinischen Geräten aus Deutschland schulen. Vor einem halben Jahr fasste der Chefarzt der Anästhesie des Sixtus-Hospitals den Entschluss zu diesem Einsatz. Zeitgleich sind mit dem Halterner Mediziner auch Dr. Werner Jax, ehemals Chefarzt im Marien-Hospital, und zwei Unfallchirurgen aus Marl vor Ort. Dr. Jax pflegt federführend die vor drei Jahren eingegangene medizinische Partnerschaft mit dem kleinen afrikanischen Ort nahe der Grenze zu Mosambik.

Durch Zufall hörte der Halterner Arzt von dieser Partnerschaft. Ausgerechnet Litembo kannte er noch von seinem dreimonatigen Aufenthalt in Tansania während des Medizinstudiums. "Gerade, weil ich vor 18 Jahren schon einmal dort war, finde ich es ganz spannend, meine Hilfe anzubieten", sagt der 44-Jährige und gesteht: "Ich habe ohnehin mein Herz an Afrika verloren." Er weiß, was ihn erwartet: "Das wird natürlich kein Erholungsurlaub."

Wissenstransfer

Wichtigste Aufgabe von Dr. Reidt wird sein, die Kollegen mit der Technik eines Narkosegerätes vertraut zu machen, das das Marienhospital gespendet hat. Anästhesie ist in Litembo kaum etabliert, Operationen laufen oft unter dramatischen Umständen ab. "Die Ärzte operieren ohnehin nicht gern, weil 35 Prozent der Tansanier mit HIV infiziert sind."

Der Wissenstransfer ist also wesentlich, die Versorgung des Krankenhauses mit Medikamenten stellt hingegen dank Medior keine Probleme dar. Abgesehen von langen Transportwegen. Das 150-Betten-Krankenhaus versorgt Patienten im Umkreis von 70 Kilometern gegen einen kleinen, leistbaren Beitrag. Vor 18 Jahren war der Ort völlig abgeschnitten, heute gibt es ein funktionierendes Handy-Netz und auch Internet-Anschluss.

Das ist für Dr. Reidt, aber vor allem für seine Frau und seine beiden 10 und 12 Jahre alten Töchter ein beruhigendes Gefühl. Am Anfang waren die Töchter begeistert von der Idee des Vaters, fanden den Willen zum Einsatz in Afrika imponierend. Je näher der Abflug rückt, desto skeptischer werden sie. Aber Angst, sagt Dr. Reidt, habe er nicht. Er stellt sich auf einfachste Bedingungen ein, wie er sie auch von seinem Engagement in Indien und Sri Lanka kennt.

Übergepäck

Dank Swiss Air kann er zehn Kilogramm Übergepäck mitnehmen. Darin befinden sich Materialspenden, wie zum Beispiel eine Beatmungsmaske aus dem Sixtus-Hospital. Nur wenige Mediziner trauen sich einen solchen Einsatz zu, aber Dr. Markus Reidt ist ganz entspannt: "Ich freue mich drauf!" Elisabeth Schrief

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