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Pikrin-Funde wurden vor Ort entschärft

HALTERN Um 18.30 Uhr gaben Mittwochabend die zwei Sprengstoffexperten der Bundespolizei Entwarnung: Sie hatten hochexplosive, eingetrocknete Pikrin-Säure an zwei Halterner Schulen gleich vor Ort „kontrolliert entschärft“ oder besser – gesprengt.

Pikrin-Funde wurden vor Ort entschärft

Zwei Beamte der Entschärfergruppe Düsseldorf (Bundespolizei) bereiten die Sprengung vor: links das eingetrocknete und damit hochexplosive Pikrin, in der Inventarliste des Chemieschrankes die Nr. 144, rechts der Plastiksprengstoff.

„Die Substanz befördern wir nicht im Auto, das ist viel zu gefährlich.“ Die explosive Pikrinsäure wurde in den Chemie-Schränken des Joseph-König-Gymnasiums und der Joseph-Hennewig-Schule gefunden.

Alarmiert durch die Pressemeldungen über Funde an anderen Schulen, habe er, so Ulrich Wessel, stellvertretender Gymnasialleiter, die Chemiker befragt, ob Pikrin am Gymnasium existiere und ob die Substanz flüssig sei. Gefährlich sei sie im eingetrockneten Zustand. Der Schul-Gefahrstoffbeauftragte war im Einsatz, als zeitgleich routinemäßige Anfragen der Rettungswache kamen.

Entdeckt wurden zwei „braungefärbte Fläschchen, eines mit flüssiger Pikrinsäure. Beim anderen wurde die eingetrocknete Substanz vermutet. Der bei Pikrin-Funden vorgeschriebene Maßnahmenkatalog wurde abgewickelt: Schulleitung, Polizei, Feuerwehr und Vertreter der Ordnungsbehörde hielten eine Evakuierung nicht für notwendig, aus Sicherheitsgründen erfolgte eine Absperrung des Traktes.

Oberstufen-Schüler experimentieren in Chemie u.a. mit (flüssigem) Pikrin. Allerdings wird der „Stoff“ in einem gesonderten Raum in einem abgeschlossen Sammelschrank, zu dem nur die Chemielehrer den Schlüssel besitzen, aufbewahrt. Weder Reinigungskräfte noch Schüler haben Zugang dazu. Dort lagerte die Substanz, vermutet das Ordnungsamt, schon viele Jahre, ohne im Unterricht benutzt worden zu sein. Vom Gymnasium aus fuhren die Sprengstoffexperten zur Hauptschule weiter. 

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