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Britische Wildcamper leben erneut am Lippspieker

Reisende parken illegal, werden aber geduldet

HALTERN Solche Besuche werden offenbar zur Regelmäßigkeit: Fünf Autos und Wohnwagen mit britischen Kennzeichen sind seit Mittwochabend illegal, aber geduldet auf einer großen Wiese am Lippspieker abgestellt. In der Vergangenheit gab es mit solchen Gruppen großen Ärger - wir haben sie angesprochen.

Reisende parken illegal, werden aber geduldet

Insgesamt fünf Wohnwagen stehen illegal, aber geduldet auf einer städtischen Wiese. Foto: Blanka Thieme-Dietel

„Es handelt sich um Landfahrer, die am Sonntag weiterziehen wollen“, berichtet Thomas Gerlach, Sprecher der Stadtverwaltung. Der Standort ist ein städtisches Grundstück an der Stauseekampfbahn.

Im Herbst 2016 waren rund 30 Wohnwagen am selben Ort tagelang abgestellt. Einige der Besitzer waren aufgefallen, weil sich Anwohner belästigt fühlten. Die Iren und Briten hatten Arbeiten rund ums Haus angeboten, ließen säckeweise Müll am Lippspieker zurück, die Polizei sprach Platzverweise aus. Im Schwimmbad Aquarell gab es erheblichen Ärger. Nachdem sie Hausverbote bekamen, habe es sogar Morddrohungen gegeben, berichteten die Stadtwerke damals.

Kaution erhoben

Acht Monate später kam eine deutlich kleinere Gruppe erneut an den Lippspieker, im Mai 2017. Nach den schlechten Erfahrungen erhob das Ordnungsamt eine Kaution von 350 Euro, die bei der ordnungsgemäßen Abreise zurückerstattet wurde. „Jetzt haben unsere Kollegen wieder diese Kaution erhoben, sodass der Platz hoffentlich sauber hinterlassen wird“, erklärt Thomas Gerlach. Vor Ort habe man positive Gespräche geführt. Dem Team des Schwimmbads Aquarell waren die Gäste bis Freitag nicht negativ aufgefallen.

Bei unserem Besuch am Freitag sagte eine Frau vor Ort auf Englisch, die Gruppe sei auf Urlaubsreise durch Europa. Haltern habe man angesteuert, weil Freunde im vergangenen Jahr hier gewesen seien und von der Stadt berichtet hätten. Auffallend war, dass keine männlichen Erwachsenen dabei waren. Als wir mit den Frauen sprachen, schickte uns ein zehn- bis zwölfjähriger Junge weg. Der Vater wolle nicht, dass man mit Medien rede. Ansonsten gab sich die Gruppe äußerst wortkarg. Man verwies nur darauf, Geld gezahlt zu haben, um an dieser Stelle bleiben zu dürfen.

Die Volksgruppe der „Irish Travellers“

Vieles spricht dafür, dass es sich um sogenannte „Irish Travellers“, auch „Pavees“ genannt, handelt. Die Ursprünge dieser Volksgruppe liegen laut Dr. Joachim Fischer vom Zentrum für Deutsch-Irische Studien in Limerick im 17. und 18. Jahrhundert. Seitdem leben viele Menschen mobil, weil ihre Familien damals ihre Unterkünfte verloren haben. „Die meisten leben in Irland und Großbritannien im geparkten Wohnwagen in Bereichen, die von Städten gestellt werden“, so Fischer.

Zum Zensus 2011 gab es in Irland etwa 30.000 Reisende, 0,6 Prozent der Gesamtbevölkerung. In England und Wales haben sich im selben Jahr 58.000 Menschen als „Irish Travellers“ bezeichnet (0,1 Prozent).

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