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Rosenkrieg endete im Gericht

HALTERN Ein Gentleman genießt und schweigt. Diesem Diktat wollte sich ein Halterner nicht mehr unterwerfen, als die Liebe in seiner Ehe verloren ging.

Im vergangenen Jahr verteilte er Aktfotos seiner Frau an die Nachbarn. Der Rosenkrieg des gescheiterten Ehepaares, das lange Jahre in Hullern zu Hause war, beschäftigte gestern das erweiterte Schöffengericht in Marl.

Gleich mehrere Strafvergehen wurden dem 45-Jährigen aufgrund von Anzeigen seiner Ex-Frau zur Last gelegt. Am schwerwiegendsten wog dabei der Vorwurf der Körperverletzung. Zuletzt soll er seiner Frau bei einem Streit im Juni vergangenen Jahres eine Ohrfeige verpasst haben. Weil der erwachsene Sohn die Verwandten alarmierte, konnte eine weitere Eskalation verhindert werden. Letztendlich landete der überschäumende Ehemann an diesem Abend in der Hertener Psychiatrie.

Seine Schwester hatte Abschiedsbriefe gefunden, in denen er sich für seine Entgleisungen in der Ehe entschuldigte. Dies bestätigte diese in ihrer gestrigen Zeugenanhörung vor Gericht. Außerdem ließ sie durch ihre Aussage in das ganze Drama der Beziehung zwischen Bruder und Schwägerin blicken.

Immer wieder sei es zu Auseinandersetzungen gekommen, die von Seiten des Angeklagten mit Handgreiflichkeiten endeten. „Er ist nicht böse, hat sich aber nicht immer unter Kontrolle“, beschrieb die Zeugin ihren Bruder. Die Unfähigkeit, über Probleme zu sprechen, sei in Kombination mit Alkohol schon häufig Auslöser für Gewaltausbrüche gewesen.

Belastet sei die Beziehung des Paares unter anderem durch eine hohe Schuldenlast gewesen, die die Ehefrau von ihren Eltern, den Inhabern der Stever-Immobilien, übernommen habe.

Mit Hilfe eines „Deals“, der auf dem Gerichtsflur ausgehandelt wurde, verhalf das Gericht den mittlerweile geschiedenen Partnern zu einem friedlichen Neubeginn. Weil endlich Ruhe eingekehrt sei und sich beide das Sorgerecht um den jüngsten Sohn teilen, wurden mehrere Anklagepunkte wegen Geringfügigkeit eingestellt. Übrig blieb eine Verurteilung des 45-Jährigen wegen Körperverletzung und Bedrohung zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 20 Euro.

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