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Bürgermeister Klimpel über die Entwicklung Halterns

Spagat zwischen Wunsch und Wirklichkeit

HALTERN Wenn es nach Bürgermeister Bodo Klimpel geht, dann dürfen bei der Stadtentwicklung die Visionen für die Zukunft nicht aus dem Blick geraten. Gleichzeitig aber müssen die Voraussetzungen in Zeiten knapper Kassen berücksichtigt werden. Im Interview spricht er über aktuelle Projekte und thematische Dauerbrenner.

Spagat zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Viele Projekte beschäftigen den Halterner Bürgermeister. Foto: Montage Martin Klose

Springen Sie über folgende Links direkt zu den passenden Themen im Interview:

Herr Klimpel, Haltern am See hat sich in der gesamten Region ein positives Image erarbeitet – als Stadt, wo man gerne wohnt und einkauft oder auch Erholung sucht. Sehen Sie das auch so und müssen wir weiter an diesem Bild arbeiten?

Das sehe ich natürlich auch so, allerdings ist man nie am Ziel, wenn man Stadtentwicklung betreibt. Wir müssen weiterhin daran arbeiten, dass der gute Ruf von Haltern am See bestehen bleibt. Dabei muss man sich immer wieder fragen, ob in letzter Zeit die richtigen Entscheidungen getroffen wurden oder ob man diese revidieren sollte. Unsere Visionen für die Zukunft dürfen nicht aus dem Blick geraten. Dieser Prozess endet nie. Ich würde es so beschreiben: Die Stadt wird nie fertig.

Haltern trägt auch den Titel „Fahrradfreundliche Stadt“. Wie zufrieden sind Sie mit den Radwegen in unserer Stadt?

Mit den Radwegen, für die wir als Stadt selbst zuständig sind, bin ich ganz zufrieden. Wir haben ja leider das Problem der unterschiedlichen Zuständigkeiten für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen sowie für städtische Straßen. Ich finde, wir haben überwiegend gute Radwege, aber es gibt sicherlich auch Reserven, so beispielsweise bei den Radwegen von Haltern nach Holtwick, nach Lippramsdorf oder auch nach Sythen.

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Am Stockwieser Damm zwischen Lake Side Inn und Sythen lässt ein geplanter Radweg auf sich warten. Wie würden Sie das Verhältnis der Halterner Verwaltung zur zuständigen Behörde Straßen NRW beschreiben.

Wir haben ein nicht ganz einfaches Verhältnis, wie übrigens viele Städte. Man muss allerdings berücksichtigen, dass der Landesbetrieb unheimlich viele Zuständigkeiten hat. Es ist eine gigantische Behörde mit über 5000 Mitarbeitern. Für die Stadt Haltern ist es nicht immer einfach, sich mit ihren Prioritäten durchzusetzen. Besonders ärgerlich ist es natürlich, wenn man Zusagen für Projekte hat und diese dann nicht eingehalten werden.

An der Hullerner Straße haben die Arbeiten für den dritten Bauabschnitt des Projekts „Der See schlägt Wellen“ begonnen. Wie wichtig ist dieses Projekt für die Stadt? Sind Sie mit der nun beschlossenen Minimallösung zufrieden?

Es ist für uns insgesamt ein sehr wichtiges Projekt. Schon seit vielen Jahren, bereits unter Bürgermeister Josef Schmergal, verfolgen wir in Haltern das Ziel, den See näher in die Stadt zu holen. Dafür ist diese Verbindung unheimlich wichtig. Ich weiß nicht, ob wir beim jetzigen Ausbau von Minimallösung sprechen sollen. Man muss sich natürlich immer nach der Decke strecken und sich nach zur Verfügung stehenden Fördermitteln richten. Mit der Vollendung des Projekts „Der See schlägt Wellen“ wird die Stadt weiter an Attraktivität gewinnen.

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Am Ende der Linienführung erwartet die Besucher Halterns die Ruine des Seesterns. Wie zuversichtlich sind Sie, dass es auch hier bald eine Lösung geben kann?

Wenn ich nicht ein unglaublich optimistischer Mensch wäre, dann würde ich auch nicht daran glauben, dass es irgendwann einmal eine Bahnunterführung in Sythen geben wird oder der Bahnhof in Haltern barrierefrei gestaltet wird. In der Kommunalpolitik darf man seinen Optimismus nicht verlieren. Wer aufgibt, kann nicht mehr gewinnen. Natürlich habe ich die Hoffnung, dass wir beim Seestern zu einer vernünftigen Lösung kommen und dass die Ruine irgendwann verschwindet. Aber die Rechtslage können wir nicht ändern. Der Petitionsausschuss des Landestages hat uns gerade noch einmal bestätigt, dass wir als Verwaltung alles getan haben, was möglich ist. Ich kann aber die Leute verstehen, die den Anblick schrecklich finden.

Gegenüber plant der TuS Haltern einen Neubau an der Stauseekampfbahn. Wie bedeutend ist dieses Projekt für Haltern?

Der TuS Haltern verfolgt äußerst ehrgeizige Ziele, die wir als Stadt begrüßen. Alle diesbezüglichen Beschlüsse sind im Stadtrat und in den Ausschüssen einstimmig getroffen worden. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns mit dem TuS und unterstützen ihn auch. Es ist im Übrigen ja auch nicht so, dass die Stauseekampfbahn aktuell in einem Zustand ist, bei dem alle Leute mit der Zunge schnalzen. Das Stadtquartier erfährt durch die Pläne des TuS eine deutliche Aufwertung.

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Auf der anderen Seite des Sees schreitet in der Stadtmühlenbucht die Bautätigkeit voran, indem am Standort des abgebrannten Bootshauses ein neues multifunktionales Gebäude entsteht. Wie sehen Sie diese Entwicklung auch mit Blick auf das Gesamtbild an diesem Teil des Seeufers?

Die gesamte Entwicklung an diesem Teil des Sees sehe ich positiv. Ich denke, sie findet auch bei der Halterner Bevölkerung überwiegend Zuspruch. Die neue gestaltete Stadtmühlenbucht gehört zu den schönsten Ecken in unserer Stadt. Dass es natürlich Bürger gibt, die das Projekt Bootshaus mit Sorge verfolgen, weil sie befürchten, in ihrer Ruhe gestört zu werden, müssen wir ernst nehmen.

Sie meinen vor allem die Anwohner?

Natürlich. Es kann dort künftig auch nicht an 365 Tagen im Jahr Party gemacht werden. Hier muss es eine vernünftige Lösung geben. Ich bin aber optimistisch, dass dies auch gelingen wird.

Das Thema Wohnen beschäftigt viele Menschen in der Stadt. Um weiterhin neuen Wohnraum schaffen zu können, wird von Politik und Verwaltung in Haltern auch auf die sogenannte Innenverdichtung gesetzt. Was sagen Sie zu kritischen Stimmen, die sagen, dass Haltern dadurch sein grünes Herz verliert. Es zählten nämlich nur die Quadratmeter, die auf einer Fläche gebaut werden könnten, weniger die Ästhetik von Architektur und das Augenmaß.

Diesen möchte ich widersprechen. Alles das, was Haltern lebenswert und beliebt in der Region macht, dürfen wir nicht durch unkontrollierte Baupolitik zunichtemachen. Und es geschieht auch nicht. Ich sehe auch niemanden, der das will. Auf der einen Seite haben wir den Druck durch insbesondere junge Familien, die bezahlbaren Wohnraum benötigen. Wir wollen insbesondere für die Menschen, die in unserer Stadt aufgewachsen sind, Wohnquartiere anbieten können. Vom Grundsatz her ist gegen eine Hinterlandbebauung nichts einzuwenden.

Ich gebe aber denjenigen recht, die fordern, dass sich diese in das Umfeld einfügen muss. Natürlich kommt es bei diesem Einfügungsgebot auf die jeweilige Perspektive an. Das ist das tägliche Brot eines Bürgermeisters und der Politik, widerstreitende Interessen abzuwägen und zu einer Entscheidung zu kommen. Wenn diese in der Vergangenheit so schrecklich gewesen wären, wäre die Stadt heute als Wohnort nicht so beliebt.

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Der Altenheimstandort in Sythen sorgt seit über drei Jahren immer wieder für Diskussionen, zuletzt durch den überraschenden Verkauf des Gebäudes und der Grundstücke durch die Alloheim GmbH. Wenn Sie 2014 bereits die heutigen Erkenntnisse besessen hätten, würden Sie die Vergabe des Projekts an Alloheim nach wie vor unterstützen?

Es macht wenig Sinn, sich über Dinge zu unterhalten, die sich im Zeitablauf verändert haben. Wir müssen die Situation akzeptieren, wie sie ist. Insgesamt wird das neue Altenheim in Sythen sehr gut angenommen und die Bewohner fühlen sich dort wohl. Wir haben darüber hinaus vertragliche Regelungen, dass Alloheim das Altenheim im Elterbreischlag für die nächsten 25 Jahre betreibt. Das sind die Dinge, die für mich zählen. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass auch die betreuten Wohnungen schon zur Verfügung stehen. Ich gehe aber davon aus, dass sie, wie vom neuen Investor angekündigt, im Sommer gebaut werden. Insofern blicke ich nicht pessimistisch in die Zukunft.

Die Pläne für die Neugestaltung am Pastors Kamp werfen auch Fragen zum Thema Parken in der Stadt auf. Wird sich die Situation verschärfen, wenn mit der Inbetriebnahme der P&R-Anlage hinter dem Bahnhof vor dem Gebäude Parkplätze wegfallen?

Das glaube ich nicht, denn die Anzahl der Parkplätze wird insgesamt erhöht und nicht verringert.

Allerdings hinter dem Bahnhof.

Okay, man muss möglicherweise ein paar Meter mehr zurücklegen. Mangels Platz können die Parkplätze nur auf der Südseite geschaffen werden. Ich glaube, es gibt Bahnhöfe, die deutlich weniger Parkmöglichkeiten vorhalten, als das bei uns in Haltern der Fall ist. Es ist aber auch so, dass wir am Ende des Jahres immer mehr Fahrzeuge in der Stadt haben als im Jahr zuvor. Da müssen wir nur in unsere eigenen Familien oder in unseren Bekanntenkreis schauen. Dadurch steigt natürlich auch der Parkdruck.

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Wagen wir einen Ausblick auf den Rest des Jahres. Welche Themen werden uns in dieser Zeitspanne beschäftigen?

Ein Thema ist immer die Kinderbetreuung. Wir haben das große Glück, dass die negativen demografischen Voraussagen für unsere Stadt nicht zutreffen. Wir sind nach wie vor eine Kommune, die aus sich heraus wächst, der Trend geht zum dritten Kind (lacht). Außerdem freuen wir uns weiterhin über einen starken Zuzug. Für mich ist das eine schöne Herausforderung, die allerdings sehr anspruchsvoll ist.

Die Kolleginnen und Kollegen im Jugendamt und auch diejenigen der freien Träger arbeiten rund um die Uhr daran, möglichst viele Betreuungsplätze zu schaffen. Wir bauen ja schließlich auch jedes Jahr einen neuen Kindergarten. Insofern ist auch das TuS-Projekt mit einem integrierten Kindergarten für uns als Stadt spannend. Weiterhin wird uns die Veränderung der Schullandschaft mit den Fragen, wie weit die Inklusion gehen wird und wie wir die Rückkehr zu G9 gestalten, beschäftigen. Wir müssen unter anderem genügend Klassenräume schaffen.

Auch die Weiterentwicklung des städtischen Haushalts wird ein Thema sein. Hier sehe ich mit gutem Gefühl in die Zukunft. Wir haben in den letzten Jahren ganz viel für die Entschuldung getan. Das ist wichtig für unsere Kinder und Enkel. Langweilig wird es nicht.

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