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Vision für Naturschutzgebiete

Truppenübungsplätze sollen der „Wilde Westen Westfalens“ werden

HALTERN Die unbesiedelte Weite des Truppenübungsplatzes Haltern wird ein Land der Verheißung. Das jedenfalls wünschen sich drei Biologische Stationen. Sie möchten aus 2173 Hektar Land den Wilden Westen Westfalens entwickeln und leisten damit Pionierarbeit auf einem Gelände, das seit Mitte 2015 von der britischen Rheinarmee geräumt wurde und mittlerweile Nationales Naturerbe ist

Truppenübungsplätze sollen der „Wilde Westen Westfalens“ werden

Sie entwickelten Vorstellungen, wie die Truppenübungsplätze in den Borkenbergen und in Lavesum nach Abzug des Militärs nun gestaltet werden könnten: Matthias Olthoff (Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld), Annette Schulte Bocholt (Biologische Station Kreis Recklinghausen), Dr. Dietmar Ikemeyer (Biologische Station Zwillbrock) sowie Kerstin Wittjen (Naturschutzzentrum Kreis Coesfeld). Nicht auf dem Foto, aber an dem Projekt beteiligt ist auch Niels Ribbrock von der Biologischen Station Kreis Recklinghausen.

Die Biologischen Stationen des Kreises Recklinghausen sowie Zwillbrock und das Naturschutzzentrum des Kreises Coesfeld haben zehn Jahre sowohl das Übungsgelände in Lavesum als auch in den Borkenbergen untersucht und daraus ihr Projekt entwickelt. Gestern stellten Matthias Olthoff, Kerstin Wittjen (Coesfeld), Annette Schulte Bocholt (Kreis Recklinghausen) und Dr. Dietmar Ikemeyer (Zwillbrock) ihre Idee am Flugplatz Borkenberge vor.

Sanfter Tourismus

In einem der bedeutendsten Heide- und Moorgebiete Nordrhein-Westfalens brüten Ziegenmelker und Heidelerche, Wiesenpieper und Kraniche, blühen als floristische Raritäten Englischer Ginster und Heidenelke. In von Panzern gezogenen Fahrspuren fühlt sich eine Vielzahl gefährdeter Arten wie Kreuzkröte oder Blauflügeliger Sandschrecke pudelwohl.

"Das sind Beispiele dafür, wie sich auf dem Areal eine reiche Natur entfaltet hat, die wir erhalten und der Bevölkerung nahe bringen möchten", sagte Matthias Olthoff im Pressegespräch. Zum Projekt gehört unter anderem, dass große Pflanzenfresser wie Wisente, Heckrinder, Wildpferde und Rotwild - zum Teil eingezäunt - den Erhalt der wertvollen Landschaft mit unterstützen.

Sanfter Tourismus

Eine Öffnung der Kleinode steht für die Biologen außer Frage: Über kontrollierte Rundwander- und Radwege könnten Touristen sanft durch empfindsame Natur gelenkt werden.

Die Flächen gehören der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und sollen in Kürze in die Trägerschaft der Deutschen Bundesstiftung Umwelt/Naturerbe GmbH übergeben werden. In Lavesum stehen allerdings von 1400 Hektar nur 390 Hektar zur Verfügung. Hier wird noch um alte Eigentümerrechte gestritten.

"In fünf bis zehn Jahren wären unsere Pläne realistisch umsetzbar", sagte Dr. Dietmar Ikemeyer. Vorausgesetzt, die Stiftung freundet sich mit dem Pioniergeist der Biologischen Stationen an.

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