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Im Jagdbezirk Tannenberg

Unbekannte setzten Zwerghühner im Wald aus

HALTERN Verwundert rieb sich Johannes Wöstmann am Montagmorgen die Augen. Gegen sechs Uhr war er in seinem Jagdbezirk Tannenberg/Holtwick unterwegs, als vor seinem Auto plötzlich 20 bis 25 Zwerghühner auftauchten. Dem Jäger war sofort klar: Diese Tiere haben hier nichts zu suchen. Sie müssen ausgesetzt worden sein.

Unbekannte setzten Zwerghühner im Wald aus

Etwa 25 Zwerghühner entdeckte Jäger Johannes Wöstmann am Montagmorgen, als er mit dem Auto in seinem Jagdbezirk Tannenberg/Holt unterwegs war.

Eine Beobachtung, die Wöstmann nicht zum ersten Mal macht. Im Sommer, zur Ferienzeit, so sagt er, werden immer wieder Tiere im Wald ausgesetzt. In der Regel seien das Katzen, in der Vergangenheit waren es auch schon mal Hunde. Und nun die Hühner. „Das ist rücksichtslos und eine unglaubliche Tierquälerei“, sagt Wöstmann. Er ist sich im Übrigen ganz sicher, dass das Federvieh von Menschen in den Wald gebracht wurde. Denn: „Hier gibt es kilometerweit niemanden, der solche Hühner hat.“ Eine Überlebenschance in der Wildnis, so glaubt er, haben die zahmen Tiere eher nicht. „Wenn man sie füttert, dann vielleicht.“ Aber es lauern viele Gefahren: Füchse, Marder und Iltisse würden unter anderem durch das Gackern angezogen – sehr zum Unmut des Jägers. Außerdem, so befürchtet Wöstmann, könnten die Hühner auf die nahe gelegene Granatstraße laufen und dort Unfälle verursachen.

Die Stadt steht dem Aussetzen von Tieren machtlos gegenüber. „Das sind unschöne Dinge, die wir leider nicht ausschließen können. Wie sollen wir verhindern, dass ein Tier ausgesetzt wird?“, fragt Sprecher Georg Bockey. Die Stadt könne nur Nachsorge leisten und versuchen, die Tiere zu retten. Sollte ein Mensch beim Aussetzen erwischt werden, droht ihm eine üppige Geldstrafe. Laut Tierschutzgesetz kann ein Bußgeld von bis zu 25 000 Euro fällig werden. Was aus den 25 Hühnern wird, stand am Montagnachmittag noch nicht fest. Möglicherweise werden sie – vorausgesetzt sie werden gefangen – ins Tierheim Ahaus gebracht. Dorthin bringt die Stadt unter anderem gefundene Katzen. „Wir hätten ausreichend Kapazitäten, um die Hühner aufzunehmen“, sagt Julia Steggemann.

Die Ahauser Tierpflegerin bestätigt indes die Aussage Wöstmanns, dass die Zahl der Fundtiere im Sommer deutlich steigt. Dies liege aber vor allem daran, dass in dieser Jahreszeit viele Jungtiere geboren und schließlich ausgesetzt werden. In Haltern bewegt sich die Zahl der herrenlos gefundenen Tiere allerdings auf einem normalen Niveau. Konkrete Zahlen seien nur schwer zu ermitteln. Spitzenreiter im Zuständigkeitsgebiet des Tierheims sei die Stadt Gronau.

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