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Travestiekünstler

„Vorurteilen begegne ich nur sehr selten“

Haltern Antonino Waldmann-Russello ist Travestiekünstler und liebt es, sich in eine Frau zu verwandeln. Seit beinahe 20 Jahren steht er als „Antonella Rossi“ auf der Bühne und kann inzwischen gut davon leben.

„Vorurteilen begegne ich nur sehr selten“

Antonella mit einigen weiteren Künstlern im „Pulverfass“ in Hamburg.

Die Kunst, sich von einem Mann in eine Frau zu verwandeln, beherrscht Antonino Waldmann-Russello perfekt. Der 43-jährige Dortmunder ist Travestiekünstler.

Am 24. und 25. November (Freitag/Samstag) gastiert er mit seiner Antonella Rossi Show im Haus Pfeiffer in Sy-
then. Beginn ist um 18 Uhr, der Eintritt kostet 59 Euro inklusive Menü und Show. Im Vorfeld sprach er mit Volontärin Nina Louwen über den Reiz der Travestie, Vorurteile und natürlich seine Show im Haus Pfeiffer.

Herr Waldmann-Russello, seit wann sind Sie Travestiekünstler?

Ich mache das jetzt schon seit über 20 Jahren, zuerst hobbymäßig und seit fünf Jahren hauptberuflich.

Welchen Beruf haben Sie vorher ausgeübt?

Ich war im gehobenen Einzelhandel tätig und sogar Geschäftsführer und Einkäufer.

Und wie sind Sie zur Travestie gekommen? Die beiden Berufe ähneln sich ja nicht unbedingt.

Ich bin über das Theater da rein gekommen. Schon als Kind habe ich immer gerne Theater gespielt und hatte Lust, mich zu verkleiden und eine andere Person zu sein. Das hat mir schon immer Spaß gemacht. Als ich dann in den 1990er-Jahren von meinem Heimatort Hennef nach Dortmund gezogen bin, habe ich dort die Travestie-Szene kennengelernt. Mich hat das total fasziniert. 1995 oder 1996 habe ich beim monatlichen Talentwettbewerb im Burgtor mitgemacht. Das ist einer der ältesten Szenelokale in Dortmund und war schon für viele Travestiekünstler ein Sprungbrett gewesen. Ich muss auch sagen, dass sich die Qualität in den letzten Jahren immer weiter gesteigert hat.

Was macht für Sie den Reiz der Travestie aus?

Ich persönlich finde die Verwandlung von einem Mann in eine Frau sehr faszinierend. Außerdem beobachte ich gerne, wie die Leute darauf reagieren.

Begegnen sie Menschen, die Ihnen gegenüber Vorurteile haben?

Dem begegne ich eigentlich sehr selten. Die Personen, die in meine Shows kommen, die interessiert das ja meistens auch. Wenn ich auf Geburtstagen auftrete, kann es natürlich vorkommen, dass einige Gäste sagen: „Das gefällt mir nicht.“ Aber erst letztens ist ein junger Mann zu mir gekommen und hat gesagt, dass Travestie eigentlich nicht sein Ding sei, aber dass es ihn fasziniert, was ich so dargeboten habe. So was zu hören, freut mich natürlich.

Was für Leute kommen denn in Ihre Shows? Nur Frauen oder nur Männer?

Das Publikum ist eigentlich relativ gemischt. Meistens sind Männer und Frauen verschiedener Altersklassen vertreten.

Auf der Bühne sind Sie Antonella Rossi. Wie ähnlich sind sich Antonella und Antonino?

Auch als Antonella bin ich immer noch ich. Trotzdem gibt es natürlich ein paar Unterschiede. Wenn ich sie bin, darf ich frecher sein und auch mal einige „fiese“ Witze machen. Also schlüpfe ich in gewisser Weise schon in eine Rolle. Im Alltag bin ich ja ein Mann und lebe auch als einer.

Welche Art von Shows bieten Sie denn als Antonella an?

Das ist verschieden. Es gibt die Solo-Show „Schön und schräg“, die aus Live-Gesang und Conférence (Ansage und Moderation) besteht. Dabei singe ich natürlich selber. Bei einer Revue-Show trete ich gemeinsam mit zwei bis fünf anderen Künstlern auf. Da bieten wir den Zuschauern auch Gesang, Star-Parodien, wie zum Beispiel Whitney Houston oder Helene Fischer und Comedy.

Was können die Zuschauer in Haltern für eine Show erwarten?

In Haltern wird es eine Dinner-Show mit drei Teilen geben. Wir sind insgesamt drei Künstler und werden zwischen den Gängen auftreten. Die Auftritte dauern in etwa 30 bis 40 Minuten, der letzte Teil wird ein wenig länger dauern. Wir werden verschiedene Lieder darbieten und jedes Lied in einem neuen Kostüm präsentieren. Die Lieder sind gemischt, es wird alles Mögliche von Schlagern bis hin zu Weihnachtsliedern gesungen. Ich freue mich schon sehr darauf, weil ich die Halterner bisher immer als sehr aufmerksames und dankbares Publikum erlebt habe.

Jedes Lied ein neues Kostüm? Wie schaffen Sie das?

Wir wechseln uns als Künstler natürlich ab. Wenn ich meinen Auftritt beendet habe, gehe ich schnell hinter die Bühne und der Nächste tritt auf. Dort wechsel ich dann schnell das Kostüm und schminke mich teilweise sogar um.

Wie lange dauert das Schminken?

Wenn ich mich während der Show umstyle, kann ich das in einer Minute schaffen. Mein Mann ist auch oft dabei und hilft mir. Wenn ich mich aber vor einer Show schminke, kann das schon zwei bis drei Stunden dauern, weil ich mich dann auch noch rasieren muss.

Sie sind am 24. und 25. November in Haltern. Was kommt danach? Haben Sie viele Aufträge?

Ich muss zugeben, am Anfang war es sehr happig, was ich verdient habe, inzwischen komme ich aber gut über die Runden. Ich bekomme immer mehr Anfragen und bin in ganz Deutschland unterwegs. Zuerst freue ich mich aber auf die Show in Haltern!

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