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"Mensch und Fluss"

Wanderausstellung kommt nach Haltern

HALTERN Die Wanderausstellung „Mensch und Fluss“ des Lippeverbands kommt am 17. Juni nach Haltern, in die Stadtbücherei. Diese beleuchtet die lange und eng verbundene Geschichte der Menschen dieser Region mit der Lippe.

Wanderausstellung kommt nach Haltern

Ring eines Lippeschiffers mit den Symbolen für Glaube, Liebe, Hoffnung, um 1860. Kelch und Ring: Haus der Kamener Stadtgeschichte (Borys Sarad)

An ihren bisherigen Stationen hat die Ausstellung, die 7000 Jahre Leben an der Lippe und ihrer Nebenflüsse beleuchtet, insgesamt mehr als 50 000 Besucher gesehen. In Haltern werden einige neue Exponate präsentiert, besonders aus den Kreisen Recklinghausen und Wesel. Ein einmaliges und bislang völlig unbekanntes Zeugnis zur Schifffahrt auf der Lippe ist ein Wandteppich mit Darstellung eines großen Schiffs von 1877 aus Schermbeck. Als weitere Neuerung werden zahlreiche Fossilien eiszeitlicher Tiere wie Mammut und Wollnashorn ausgestellt, die in den verschiedensten Abschnitten des Lippelaufs entdeckt worden sind. Die Geschichte von Mensch und Fluss ist uralt und wechselvoll. So waren die Seseke und die Lippe für den Menschen Fischereirevier, Kultplatz, Verkehrsweg, Energiequelle, Grenze, Abwasserentsorger. Das Wasser war aber auch bedrohlich, davon zeugen Überschwemmungen und Schiffsunglücke. Anhand von vielen wertvollen Funden und Dokumenten der Region belegt die Ausstellung eine dramatische Beziehung, sie erzählt von Nutzen und Not, von Leben und Tod am Wasser. Die Lippe und ihre Nebenflüsse wie Ahse, Seseke und Stever stehen bereits seit der Jungsteinzeit, also ab etwa 5000 v. Chr., in einem engen Wechselverhältnis mit der Kultur des Menschen. Jagd und Fischereirevier, Verkehrsweg, Kultplatz, militärische Befestigung, Wasserversorgung, Energiequelle für Mühlen, Grenzlinie und Abwasserentsorgung sind entscheidende Funktionen und Standortfaktoren.Die Stadtgründungen des Mittelalters wie Hamm, Kamen, Werne, Lünen, Haltern, Dorsten sind alle „Flussstädte“. Reiche und spannende archäologische Funde aus der Umgebung der Flüsse und aus den Flüssen selbst sowie Raritäten aus Schatzkammern und Archiven liefern die Beweise und sind in dieser Sonderausstellung zu bewundern. Flüsse wurden von jeher als Kultplätze, genauer als Opferstätten, angesehen. Über Jahrtausende hinweg wurden wertvolle und seltene Objekte geopfert, beispielsweise ein Kulthammer aus Hirschgeweih und zahlreiche Lanzenspitzen, Beile, Dolche sowie Schmuck aus Bronze. Die ältesten Verkehrs- und Transportmittel, die in unserer Region entdeckt wurden, sind Einbäume aus der Lippe. In der Zeit der römischen Feldzüge um Christi Geburt rückte die Lippe als schriftlich überlieferte Wasserstraße erstmalig in das Bewusstsein der damaligen Weltöffentlichkeit. Die Ausstellung wird in Haltern bis zum 1. Oktober zu den Öffnungszeiten der Stadtbibliothek zu sehen sein.  


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