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„Das ist längst überfällig“

Gelbe Tonne ist in Haltern auf dem Weg

Zwar nicht bedenkenlos, aber doch einvernehmlich stimmten die Parteien im Ausschuss Bauen/Verkehr für das neue System. Aber was ist, wenn Bürger die Umstellung verweigern?

Haltern

von Elisabeth Schrief

, 06.06.2018
„Das ist längst überfällig“

Die Gelbe Tonne in Haltern ist noch nicht in trockenen Tüchern. Aber an der Lokalpolitik wird sie nicht scheitern. © picture alliance / dpa

Christian Hovenjürgen, Leiter der städtischen Wirtschaftsbetriebe, musste gar nicht mehr viel erklären. Im Ausschuss Bauen und Verkehr gingen bei der Abstimmung über die Einführung der Gelben Tonne alle Finger geschlossen in die Höhe. „Das ist längst überfällig“, kommentierte Andy Zimmermann (FDP) und spiegelte damit die Erleichterung wider. Aber Heinrich Wiengarten (SPD) ist auch überzeugt, dass die Politik damit nicht alle Bürger glücklich macht.

Die Verwaltung, und dabei ist Christian Hovenjürgen federführend, schlägt die kreisweite Einführung der Gelben Tonne als Wertstofftonne vor (wir berichteten). Die Stadt Recklinghausen soll nach Einigung mit dem Dualen System Deutschland Sammlung und Transport übernehmen, einen Halterner Vier-Personen-Haushalt kostet das rund acht Euro pro Jahr. Die Stadt profitiert vom Wegfall der gelben Säcke und der kostenlosen Bereitstellung der Tonnen durch das Duale System.

Eine Ausnahme von der Regel?

Franz Tönnis (CDU) nannte dieses Vorgehen eine lobenswerte Kooperation der Kreisstädte und dankte Christian Hovenjürgen für dessen hervorragende Arbeit. Johannes Föcker (WGH) sprach von einem „guten Plan“. Die Grünen schlossen sich an, aber Marlies Wesseler stellte auch die Frage: „Was macht die Stadt, wenn Bürger sich weigern, eine weitere Tonne aufzustellen?“ In genau diese Richtung gingen die Bedenken von Heinrich Wiengarten.

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Wenn man sich manche Vorgärten anschaue, dann werde es eng für eine vierte Tonne. Beide baten die Verwaltung, Kriterien zu verfassen, wann die Umstellung vom Gelben Sack auf die Gelbe Tonne nicht verpflichtend ist. Außerdem forderten sie eine 14-tägige Leerung und die Auswahlmöglichkeit zwischen einer 120- und einer 240-Liter-Tonne. Christian Hovenjürgen jedoch äußerte Bedenken wegen der Ausnahmeregelungen, weil sich dann die Abfuhr verkompliziere.

Als erste Stadt im Kreis hat Recklinghausen der Einführung der Gelben Tonne per politischem Entscheid zugestimmt. Nach Abstimmungen in allen Rathäusern stehen die Verhandlungen mit dem Dualen System Deutschland (Grüner Punkt) an. „Die Gelbe Tonne ist deshalb noch nicht in trockenen Tüchern“, wollte Christian Hovenjürgen nicht zu euphorisch sein. Aber an Haltern soll das System nicht scheitern.

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