Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Zarte Seele in rauer Welt

DÜLMEN Dieser Don Quichotte war kein Ritter der traurigen Gestalt, über den man lachen musste, sondern der Don Quichotte, den das Teatr KTO aus Polen am Dienstagabend zeigte, war ein versponnener, sanfter Mann, der den harten Realitäten des Lebens nicht gewachsen schien.

Zarte Seele in rauer Welt

Bei diesem Küchenballett flogen nicht nur die Schürzen, sondern auch Gemüse und Kochtöpfe.

Es war ein melancholisches, streckenweise sogar bedrückendes Stück, mit dem die Straßentheatersaison in Dülmen endete. Rund 1200 Zuschauer waren es nach Angaben der Stadt, die sich die einstündige, bildgewaltige Inszenierung der Gäste aus Polen ansahen.

Die Akteure spielten und tanzten auf dem Marktplatz sowie auf mehreren hohen Bühnenelementen, die von den Schauspielern in manchmal beängstigendem Tempo über das Kopfsteinpflaster geschoben wurden. Diese dynamischen Sequenzen, oftmals Kampfszenen, wechselten mit ruhigen Bildern, in denen sich der sanfte, zarte Don Quichotte und sein bärenstarker Begleiter Sancho Pansa alltäglichen Dingen widmen.

Die Welt, mit denen Don Quichotte, der sich in der Welt der Bücher am wohlsten fühlt, konfrontiert wird, ist laut und roh: Das hauen Köchinnen auf die Kochtöpfe, dass das Gemüse nur so nach allen Seiten spritzt, verkrüppelte Dämonen, kriechen über den Markt. Gespenster einer autoritären und entmenschlichten Vergangenheit setzen Don Quichotte ebenso zu, wie die Spiegelritter, die eine Mischung aus Bodyguard, Kampfmaschinen und männlichen Laufsteg-Models darstellen.

Überraschenderweise gibt es in dieser rauen Welt auch Momente voller Zartheit, etwa wenn sich Don Quichote und eine Köchin annähern, oder Witz, wie bei dem Pas de deux mit Kochtopf oder auf der Krankenliege. Die Musik, manchmal hämmernd, manchmal wild, dann wieder sanft, begleitet das Geschehen und akzentuiert es. Die Bücherverbrennung bedeutet den Tod des ohnehin schon lebensmüden Don Quichotte. Eindrucksvoll das Schlussbild, in dem effektvoll beleuchtet Windmühlen in unterschiedlichen Größen auf dem Marktplatz stehen. Grabsteine, die an die erinnern, die in dieser rücksichtslosen Welt untergegangen sind oder Zeichen der Hoffnung, weil die Don Quichottes nicht aussterben?

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Joseph-Hennewig-Hauptschule stellt sich vor

Teebeutelrakete und Hui-Propeller im Physikraum

HALTERN Schüler und Lehrer der Joseph-Hennewig-Hauptschule haben beim Tag der offenen Tür am Samstag das Programm der Schule vorgestellt. Unter anderem haben sie im Physikraum Blitze entstehen und Teebeutelraketen steigen lassen.mehr...

Jazz im Lea-Drüppel-Theater

Vielseitiges Musik-Duo begeistert mit persönlichen Texten

HALTERN Jazzmusik vom Feinsten im Lea-Drüppel-Theater: Das erfolgreiche Duo Sabine Kühlich und Laia Genc brachte am Samstagabend die Musik des US-amerikanischen Pianisten Dave Brubeck nach Haltern. Unseren Autoren haben die Frauen voll überzeugt.mehr...

Umbau bis 2022 geplant

In Haltern sollen die Bushaltestellen barrierefrei werden

Haltern Alle Haltestellen in Haltern sollen bis 2022 barrierefrei umgestaltet sein. Das schreibt das Personenbeförderungsgesetz von 2013 vor. Aber das wird wohl nicht klappen.mehr...

Sängerin auf der Karriereleiter

Wie die Halternerin Maxime Shakir zu Nashira Cole wurde

HALTERN Eine Halternerin auf dem Weg nach oben: 2012 begeisterte Maxime Shakir die Zuschauer als „Aida“ in einem Schülermusical und arbeitet an einer Karriere als Sängerin. Als Nashira Cole ist die 23-Jährige bald bei ARD und ZDF zu sehen.mehr...

„Friederike“ schlug Schneisen in Hoher Mark

So hat der Orkan im Wald bei Haltern gewütet

Haltern RVR-Förster Michael Reidemeister ist sturmerprobt. Er hat „Wiebke“ am 28. Februar 1990 erlebt. Oder „Kyrill“ am 18. Januar 2007, der dem Baumbestand in der Hohen Mark zwischen Haltern und Dorsten besonders heftig zusetzte. „Friederike“ setzte am 18. Januar 2018 noch einen drauf. Sie spielte Mikado mit ausgewachsenen Fichten und Kiefern und stellte den Wald bei Haltern auf den Kopf.mehr...

Warnung vor unseriösen Dachdeckern

Reisende Handwerker sorgen in Haltern für Ärger

HALTERN Reisende Handwerker haben am Freitagvormittag in Haltern Anwohner verärgert. Sie stiegen, ohne einen Auftrag bekommen zu haben, auf ein Flachdach einer Garage und nagelten dort eine Dachplatte an. Die Polizei warnt. mehr...