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Public Viewing

Zittern bis zur Bierdusche

HALTERN. Der Start in die Europameisterschaft in Polen und der Ukraine ist der deutschen Nationalmannschaft geglückt. Im prall gefüllten Galen-Park bejubelten 2500 Fans den wichtigen Auftaktsieg.

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Tage wie diese": Zum Lied der Toten Hosen konnten die Fans nach aufreibenden 90 Minuten feiern.

Mit der Taktik und dem Spiel der deutschen Mannschaft waren nicht alle Fans zufrieden.

Bei so einem Spiel konnte man schon mal nervös werden.

Als ich um kurz nach acht an der "Galen-Park-Arena" eintreffe, ist die erste Überraschung des Tages schon perfekt: In der Gruppe B unterlagen die Niederlande den Dänen mit 0:1. Im Park wird gelacht, einige Fans lästern über den alten Rivalen. Doch Eva Kösters (25) macht das Ergebnis skeptisch: "Ich glaube, dass auch Deutschland seine Probleme haben wird. Entweder gibt es ein Unentschieden oder einen knappen Sieg", so die Halternerin, die das erste Match des Tages schon im Galen-Park verfolgte.

Super Stimmung Langsam füllt sich die "Arena", unter den Fans ist auch Hendrik Langner. Ich frage ihn, was das Public Viewing auszeichnet. Er antwortet sofort: "Hier ist einfach eine super Stimmung, das kann man mit zu Hause gar nicht vergleichen." Und der 17-Jährige weiß, bei wem er sich bedanken muss: "Ich finde es toll, dass die Sponsoren und die Stadt das Ganze hier überhaupt ermöglichen." Bo Marcel Schmidt (16) und Marvin Groeters (17) sind mit ein paar Freunden und ihren spanischen Austauschschülern da. "Selbstverständlich feuern wir Deutschland an", erklären die beiden lachend. Paul Möllers (21) ist aus Münster angereist. Eigentlich interessiert er sich nicht so für Fußball, aber das gemeinsame Schauen im Park sei "auch ein Treffpunkt, um alte Schulfreunde wiederzusehen."Ungläubiges Raunen

Es ist schon 20.40 Uhr, vor der Leinwand sind die Plätze jetzt dicht besiedelt. Dort treffe ich Colin Regan und Sebastian Kiwitt. "Deutschland wird gewinnen, egal wie", sind sich die beiden Jungs mit dem Deutschlandhut sicher. Und dann rollt der Ball endlich. Die Fans schwenken Fahnen, blicken gespannt auf die Leinwand, singen und feuern ihr Team an. Nach wenigen Minuten geht ein Aufschrei durch die Menge. Mario Gomez vergibt die erste gute Möglichkeit für Deutschland. In der Folge macht sich Ungeduld breit, immer wieder geht ein ungläubiges Raunen durch die Halterner Fankurve. So richtig sind die Deutschen noch nicht im Spiel."Deutschlaaaand, Deutschlaaaand"  

Lange Zeit passiert wenig, bis kurz vor der Pause Thomas Müller knapp scheitert. "Deutschlaaaand, Deutschlaaaand", grölen die Fans durch den Galenpark. Doch in die Pause geht es mit einem Schock. Pepe knallt den Ball nach einer Ecke an die Latte. Zufrieden sind die Fans nicht, es wird diskutiert, gefachsimpelt und manch einer läuft enttäuscht zum Getränkewagen. Nachschub besorgen, die zweite Halbzeit geht schließlich gleich los.

Und in dieser befinden sich die Fans zwischen Hoffen und Bangen. 57. Minute, Gomez verpasst knapp. "Jogi, bring den Klose" fordert einer frustriert. Doch noch ist ja genügend Zeit, um Tore zu schießen. Dann die Erlösung: Sami Khediras Flanke wird abgefälscht, Mario Gomez steht goldrichtig, steigt hoch und versenkt das Leder im Netz. 1:0 - der Galenpark bebt.

Die ganze Anspannung löst sich in ohrenbetäubendem Jubel und zahlreichen Bierduschen. "Super Deutschland, olé", singen die Fans. Zum Schluss wird noch gezittert, doch dann ist es geschafft. Um Punkt 22.40 Uhr ist der erste Sieg unter Dach und Fach. Die Toten Hosen besingen im Galen-Park "Tage wie diese", die Halterner fallen sich glücklich in die Arme. Und sie singen: "Schwarz und Weiß, wir stehen auf eurer Seite!" Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Mittwoch. Um 20.45 ist Anstoß, es steigt der Klassiker gegen die Niederlande. Mit einem Sieg stünde die deutsche Mannschaft mit einem Bein im Viertelfinale.

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