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Handy-Mafia: Hohe Haftstrafe für Chef

BOCHUM Im Prozess um eine Bande international agierender Wirtschaftsbetrüger ist gestern der Rädelsführer zu einer Haftstrafe von sieben Jahren und zehn Monaten verurteilt worden.

Das Bochumer Landgericht sprach von der Bande als "hochkarätige, gefährliche, kriminelle Vereinigung" mit dem 48-Jährigen als "maßgeblichen Rädelsführer" und "Kopf". Auf das Konto des Verurteilten geht ein Schaden von rund 4,3 Millionen Euro innerhalb von zwei Jahren ab November 2004.

Den Hauptschaden trugen Telefongesellschaften davon. Bei ihnen hatte die Bande im großen Stil Handyverträge abgeschlossen und sie mittels illegaler Geschäfte mit Auslandsgesprächen geprellt. Dazu hatten sie zunächst marode Firmen aufgekauft und die Bilanzen auf lukrativ frisiert. Damit erwirkten sie massenweise Abschlüsse von Handyverträgen. Während sie die Handys direkt in bare Münze umsetzten, verkauften sie die SIM-Karten an halbseidene Firmen, die mit Billigangeboten von Auslandsgesprächen ihr Geld machten. Die auflaufenden Rechnungen der Telefonfirmen liefen dann bei den maroden Firmen ins Leere.

Strenge Hierarchie

Das Gericht bescheinigte der von dem 48-Jährigen geleiteten Bande gestern mafia-ähnlichen Charakter. Die Organisation sei streng hierarchisch strukturiert gewesen.

Er als Rädelsführer habe sich meist im Hintergrund gehalten und von dort die Fäden gezogen. Außerdem habe er darauf geachtet, dass sich die Bandenmitglieder untereinander nicht kennen lernten. Neben den Handy-Geschäften hatte der Verurteilte noch Betrugsgeschäfte mit Leasingwagen, Versicherungen und Immobilien gemacht.

Ein großes Plus beim Gericht verschaffte sich der Mann, der wegen Drogenhandels vorbestraft ist, mit seinem umfassenden Geständnis. Trotz der 41 Verhandlungstage sei das Verfahren erheblich verkürzt worden, so der Vorsitzende Richter.

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