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B70-Sperrung

Bummel trotz Baustelle im Ort

HEEK Der Sand hat sich in Schlamm verwandelt. Wasser steht in den Vertiefungen und spritzt hoch, wenn die Baumaschinen hindurch rumpeln: Die B 70 zwischen Friedhof und Kirche präsentiert sich zurzeit nicht als anziehende Flaniermeile. Einladend ist sie dennoch – dank der Ideen der Geschäftsleute und der Hilfsbereitschaft der Bauarbeiter.

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Die Haupteinkaufsstraße als Baustelle: Seit dem 21. Mai ist die B 70 zwischen Kirche und Friedhof für Autos gesperrt. Die Geschäftsleute machen das Beste daraus - setzen noch mehr auf Service und weisen auf nahe Parkplätze hin.

Die Arbeiten machen sichtbare Fortschritte.

Der Kreisverkehr nimmt Gestalt an, wie Heinz Göckener (l.) und Manfred Junk zeigen.

Ob Einzelhändler oder Dienstleister, Metzger oder Weinhändler: Sonderaktionen machen fast alle. Die einen reduzieren, andere bieten Bringdienste an. Und alle zeigen ihre Freude über jeden, der trotz der Einschränkungen durch den Straßenbau unter Vollsperrung doch den Weg ins Geschäft finden.

Denn das sei schwierig genug, wie die Anwohner wissen. Plakate mit der Aufschrift „Heek geöffnet trotz Baustelle“ seien zwar weiträumig verteilt. Trotzdem zögen nicht wenige den bequemeren Weg vor – über die Umleitung an Heek vorbei. Bürgermeister Ulrich Helmich kennt die Klage: „Wenn sich die Anwohner an uns wandten, haben wir immer versucht, umgehend Abhilfe zu schaffen“, sagt er. Nicht immer mit Erfolg, wie einige Anwohner sagen – lieber ohne Nennung des Namens. Schließlich sähen sie ja den guten Willen der Verwaltung. Die vielen Fragen nach dem richtigen Weg von Besuchern des Nienborger Reitturniers hätten das zuletzt gezeigt, berichtet Jürgen Schuurmann. Der Fahrlehrer, der kurz vor dem Anfang der Sperrung seine Unterrichtsräume hat, freut sich aber, dass inzwischen seltener LKW ins Zentrum führen und dann größte Schwierigkeiten beim Wenden hätten. Eine nachträgliche Beschilderung am Gabelpunkt habe da wohl geholfen. Des einen Freud ist aber des anderen Leid: Denn das Ausbleiben der Brummifahrer bedeutet auch weniger Kunden, die Brötchen und einen Kaffee für unterwegs kaufen. Dass es Beeinträchtigungen geben würde, sei jedem klar gewesen, sagt Hans-Jürgen Gausling, Vorstandsmitglied im Gewerbeverein. Vier Wochen nach der Sperrung seien die Belastungen noch zu ertragen: „Anfang August muss aber Schluss sein.“ Das hatten Landesbetrieb Straßen NRW und die Baufirma Strabag so zugesagt. Zuvor war aber auch schon die Rede gewesen von einer Vollsperrung erst ab den Sommerferien und der Bildung von zwei Bauabschnitten. Erst unmittelbar vor Baubeginn hatten die Anwohner erfahren, dass es doch anders kommen würde. Wichtiger für das Vertrauen als Worte sind Taten – manchmal auch nur kleine Gesten: Dass Polier Manfred Junk regelmäßig frage, ob alles in Ordnung sei, freut die Geschäftsleute etwa. Oder dass die Bauarbeiter kleine Schotterrampen vor jeder Ladentür aufgefahren haben. Oder ihre Hilfe, wenn Zulieferer Waren bringen.

Das Wichtigste für sie ist aber der Baufortschritt – besonders am Kreisverkehr. Auch wenn wegen Dauerregens die Arbeiten schon zwei Mal – zuletzt gestern – früher endeten: „Wir sind im Plan“, stellt Heinz Göckener von Straßen NRW fest. Allerdings: „Unter der Oberfläche weiß man nie, was einen erwartet.“ Zum Beispiel wie jetzt marode Dachentwässerungen: „Damit hatten wir nicht gerechnet.“

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