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Besonderes Ehrenamt

Ehrenamtliche Standesbeamtinnen dürfen jetzt Brautpaare trauen

HEEK Heute ist es soweit. Elke Schabbing wird "ihr" erstes Brautpaar trauen. Ein wenig nervös ist sie schon. Aber auch voller Vorfreude. "Meine Rede ist fertig", sagt sie und strahlt. Sie ist eine von drei ehrenamtlichen Standesbeamtinnen, denen Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff am Donnerstag die Ernennungsurkunden überreichte.

Ehrenamtliche Standesbeamtinnen dürfen jetzt Brautpaare trauen

Claudia Dürre, Nadine Jasper, Elke Schabbing (v.l.) erhielten ihre Ernennungsurkunden als ehrenamtliche Standesbeamten von Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff.

84 Prozent der 50 Trauungen im vergangenen Jahr wurden außerhalb der Trauzeiten abgehalten. Grund genug für Weilinghoff, Verstärkung für die beiden hauptamtlichen Standesbeamten Angelika Koch und Markus Janning zu suchen. Freitagnachmittage und Samstag sind begehrte Termine, und es kommen immer mehr Menschen von außerhalb nach Heek, um hier zu heiraten. "In Ahaus gibt es samstags keine Termine beim Standesamt", erläutert Angelika Koch den Anstieg.

Dass Elke Schabbings erstes Ehepaar und seine Gäste sogar mit einem Bus aus Münster anreisen, hat allerdings einen Grund: Sie ist mit der Braut befreundet. Da war es einfach, persönliche Worte zu finden. Wie sieht es generell mit den Ansprachen aus? "Von allen Eheschließungen war keine gleich", erzählt Claudia Dürre. Sie hat zwar ein paar Textbausteine, aus denen sie ihre Reden bastelt, aber oft ändere sie den Text dann noch spontan.

Schon Erfahrungen

Claudia Dürre hat bereits im Sauerland als Standesbeamtin gearbeitet und fühlte sich in ihrer neuen Heimat Heek sofort angesprochen, als sie von dem Aufruf der Gemeinde hörte. "Eheschließungen sind das Sahnestück in der Arbeit eines Standesbeamten" sagt sie, "man verbreitet Freude, das ist sehr schön." Das findet auch Nadine Jasper: "Es gibt doch nichts Schöneres, als in einem Raum voller Freude, voller Emotionen zu sein." Alle drei betonen aber auch, dass sie sich gerne ehrenamtlich für die Gemeinde engagieren.

Die drei Frauen sind bestens vorbereitet. Elke Schabbing und Nadine Jasper haben eine Fortbildung in Bad Salzschlirf besucht und dort gekernt, was alles an Formalien auf sie zukommt, was alles vorab geleistet werden muss und wie eine Trauung abläuft. "Wir haben ein rotes Gesetzbuch in die Hand gedrückt bekommen", erzählt Nadine Jasper, wie sie sich stundenlang durch Paragrafen gearbeitet hat.

Auf Hauptamtliche angewiesen

Natürlich waren auch die Reden vor dem Brautpaar Thema. Das ist vor allem wichtig für die, die später nicht noch kirchlich heiraten. Die Lebensgeschichte aufblättern, ein Liebesgedicht vortragen, eine Geschichte erzählen - es gibt viele Möglichkeiten. Dabei sind die drei neuen Standesbeamtinnen auch auf ihre hauptamtlichen Kollegen angewiesen, denn bei Angelika Koch und Markus Janning melden sich künftige Ehepaare an und liefern die nötigen Informationen für eine persönliche Ansprache.

Nicht schicker als die Braut

Auch über die geeignete Kleidung wurde bei der Schulung kurz geredet. Dem Anlass angemessen muss sie sein, so steht es auch in irgendeinem amtlichen Blatt. Aber, so hat die Dozentin ihnen auch gesagt: "Sie brauchen nicht schicker zu sein als die Braut".



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