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Quittung vor Gericht

Heeker soll auf Party Hitlergruß gezeigt haben

Heek. Eine Auseinandersetzung zwischen zwei Cliquen gipfelte im Zeigen des verbotenen „Hitlergrußes“. Das führte einen Heeker jetzt vor Gericht.

Heeker soll auf Party Hitlergruß gezeigt haben

Viele Menschen drängten sich in einer Gaststätte in Ahle am 26. Dezember 2016, als zwei Gruppen aneinander gerieten. Als Angeklagter saß am Montag ein heute 19-jähriger Heeker auf der Bank des Amtsgerichts in Ahaus, da er im Zuge der Rangelei mit der Ahauser Gruppe den verbotenen „Hitlergruß“ gezeigt haben soll.

Drei Zeugen waren an dem Tag mit dem Angeklagten unterwegs gewesen. Drei weitere Zeugen der Ahauser Clique waren ebenfalls geladen. Letztere Zeugengruppe hatte den Vorfall erst zur Anzeige gebracht, als der Angeklagte einen jungen Mann aus dieser Gruppe wegen Körperverletzung angezeigt hatte.

Der Angeklagte schilderte, er wollte

„Retourkutsche“


nur den aufkommenden Streit mit der Ahauser Gruppe schlichten. „Als wir die Leute beruhigen wollten, habe ich einen Schlag auf die Nase bekommen“, gab er zu Protokoll.

Beide Cliquen kannten sich höchstens vom Sehen. Wortwechsel oder weitere Handgreiflichkeiten habe es nicht gegeben. Die Anzeige wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen, so lautete der Vorwurf der Anklageschrift, bezeichnete der damals 18-jährige Angeklagte als „Retourkutsche“. Erst im Verlauf des Verfahrens gab der Angeklagte durch seinen Verteidiger zu, den Arm gehoben zu haben. „Alles andere ist Auslegung“, so der Verteidiger im Sinne des Beschuldigten.

Dagegen standen die Aussagen der drei Zeugen der gegnerischen Clique. Der erste Zeuge, ein 17-jähriger Ahauser, gab an, er sei beim Betreten des Lokals in Ahle vom Angeklagten angerempelt worden. Danach habe er das Lokal mit seinen Freunden verlassen, um der Security zu sagen, dass der Angeklagte Stress mache.

Nach dem erneuten Betreten des Lokals habe der Zeuge an dem Angeklagten vorbei gehen müssen. Nachdem der Heeker mit brennenden Zigaretten nach ihm und seinen Freunden geworfen habe, habe der Angeklagte den „Hitlergruß“ gezeigt. Danach sei der Zeuge wieder herausgegangen mit seinen beiden Freunden und habe der Security erneut Bescheid gesagt.

Alle drei Zeugen bestätigten den verbotenen Gruß des Angeklagten. Nur ein Zeuge aus dieser Gruppe war sich vor Gericht nicht mehr ganz so sicher, ob der Angeklagte oder jemand anders den Gruß gezeigt habe. Die drei Freunde des Angeklagten wurden nicht mehr vernommen.

Verfahren eingestellt

Beim Zeigen des Hitlergrußes verstehe ich keinen Spaß. Andererseits habe ich Bedenken, jemand zu verurteilen, wenn da nix dran ist“, meldete der Richter seine ganz persönlichen Bedenken an. Aus diesen Erwägungen heraus stellte der Richter das Verfahren gegen den bislang unbelasteten jungen Mann aus Heek gegen die Zahlung von 550 Euro in fünf Monatsraten an den Verein „Männer gegen Männergewalt Euregio“ vorläufig ein.

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