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Experte für den guten Ton

Matthias Reuland bedient das Tonstudio der Landesmusikakademie

Heek Wenn Matthias Reuland den Konzerten in der Landesmusikakademie lauschen will, kann er direkt an seinem Arbeitsplatz sitzen bleiben. Denn von dort hat er den perfekten Blick auf die Bühne mit den Musikern. Sein Arbeitsplatz - das Tonstudio - liegt so versteckt neben dem Konzertsaal, dass die meisten Besucher nicht einmal auf den zweiten Blick darauf aufmerksam werden.

Matthias Reuland bedient das Tonstudio der Landesmusikakademie

Am Mischpult wird Matthias Reuland kreativ: Hier kann der Tonmeister die besten Sequenzen verschiedener Aufnahmen auswählen und kombinieren.

Dabei sitzt Matthias Reuland schon seit 2002 beinahe täglich dort. Das Tonstudio hat er als selbstständiger Tonmeister von der LMA gepachtet, in seiner Arbeit ist der 42-Jährige frei. Der gebürtige Karlsruher hat an der Hochschule für Musik in Detmold im Fach "Tonmeister" studiert - "ein vielseitiges Studium mit technischen wie musikalischen Fächern".

Eigenes Plattenlabel

Dort stieß er auf einen Aushang der Landesmusikakademie, die für ihr Studio einen Tonmeister suchte - genau passend für Reuland, der gerade seinen Diplom-Abschluss in der Tasche hatte. Drei Jahre später - im Jahr 2005 - kam sein eigenes Plattenlabel hinzu: "Encora".

Etwa 20 bis 30 Aufnahmen im Jahr macht Reuland mit dem Tonstudio, veröffentlicht werden davon jedoch nur eine Handvoll. Ein bis zwei CDs hat der Tonmeister bislang pro Jahr vom Label herausgebracht, in diesem Jahr allerdings bereits fünf Tonträger.

Nischenprodukt

Die Stückmenge ist jedoch eher gering. "Die Aufnahmen sind ein Nischenprodukt", sagt Reuland. Geld verdienten die meisten Musiker mit Auftritten, nicht mit CDs. Stattdessen reize sie etwas anderes: "Es ist vielmehr der Prestigegewinn, der die Musiker antreibt, ihre eigene CD zu veröffentlichen."

Währenddessen wird der Markt für CDs zunehmend schwächer, immer mehr CD-Läden sowie Plattenlabels schließen. "Die meisten Tonmeister arbeiten daher freiberuflich", erzählt Reuland. Wenn nicht bei einem Plattenlabel, dann für Aufnahmefirmen und im Rundfunk.

Mit sechs Jahren Geige gelernt

Doch Matthias Reuland ist nicht nur Tonmeister, sondern auch Musiker. Mit sechs Jahren hat er angefangen Geige zu spielen, bis heute steht er als Violinist auf der Bühne. "Dass ich selbst Musiker bin, wird von den Kunden sehr geschätzt", sagt er.

Wie seine typische Arbeit aussieht? Jeden Tag anders. "Einen Musiker kann man nicht in ein Zeitkorsett stricken", sagt Reuland. Manche können mehrere Stunden durchspielen, andere brauchen längere Pausen zwischen den Aufnahmen.

Drei Tage lang hat er zuletzt mit einem Pianisten zusammengearbeitet, rund acht Stunden hatte er schließlich auf dem Tonband aufgezeichnet. Ziel war ein Programm von etwa 80 Minuten. Drei bis vier Tage benötigt Reuland dann noch einmal für die Nachbearbeitung. Schneiden, mischen, kombinieren - "ein bisschen bin ich auch Künstler, nicht nur Techniker". Das trifft vor allem dann zu, wenn er Aufnahmen von großen Orchestern macht. "Da liegt es an mir, die teilweise bis zu 40 Mikrofone in ein gutes Verhältnis zu bringen."

Auch auf Tournee

Zumeist finden die Aufnahmen direkt in der LMA statt, manchmal reist Reuland aber auch mit seiner Ausrüstung durch die Gegend. Dann ist sein Kombi "bis oben hin voll", inklusive Mischpult und Lautsprechern. Die besten Kontakte aber entstehen in der Akademie selbst. "Vielen Musikern, die hier Kurse machen, begegne ich auf dem Flur, und wir kommen ins Gespräch." Überzeugen muss er die meisten dann schon gar nicht mehr. "Viele sagen mir, dass sie schon immer mal eine Aufnahme machen wollten", sagt Reuland - und dann ist er zur Stelle.

 

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