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Ärger um Strönfeldsee in Heek

Müllberge, gefährliches Baden, verärgerte Angler

Heek. Es ist seit Jahren ein Dauerbrenner: Steigt das Thermometer, dann wird der Strönfeldsee zum Ausflugsziel und damit nicht selten zur Müllkippe. Ein großes Ärgernis und ein echter Problemfall – auch für die Angler. Sie wollen das nicht mehr hinnehmen.

Müllberge, gefährliches Baden, verärgerte Angler

So sieht es häufig am Strönfeldsee nach einem Gelage aus – sehr zum Ärger nicht nur der Angler.

Drei verschiedene Tage und immer das gleiche Bild, das Angler zu sehen bekommen: Am Ufer des Sees häuft sich der Müll. Unmengen leerer (Bier-)flaschen, Papier, Plastik, Haus- und sogar Sperrmüll und, und, und. Gepachtet hat den See das „Gremium Strönfeldsee“, in dem sechs Angelvereine der Region vertreten sind. Die Vermüllung ist eine Situation, die die Pächter nicht nur erbost, sondern auch eine, die sie so nicht mehr hinnehmen wollen. Anzeigen wegen Hausfriedensbruchs und sogar eine wegen Körperverletzung wurden bereits auf den Weg gebracht, sagt Tanja Löhring, Vorsitzende des ASV Hechtklubs Schöppingen.

Offener Brief der Angler

In einem offenen Brief macht sie im Namen des Gremiums dem allgemeinen Ärger Luft. Ihre Kritik: Offenbar sei der Ort bei vielen Westmünsterländern als Ort bekannt, an dem es sich wunderbar grillen und feiern ließe und an dem man unbekümmert seinen Müll entsorgen könne. Die Tatsache, dass es sich um Privatgelände handele, werde genauso ignoriert wie die fünf großen Hinweisschilder mit Piktogrammen als zusätzliche Hinweise für Nichtdeutsche.

„Die Situation ist einfach katastrophal“, sagt sie im Gespräch mit der Münsterland Zeitung. „Wir hätten ja nicht einmal etwas dagegen, wenn sich die Leute dort aufhielten oder spazieren gingen, mit dem ganzen Müll aber ist jetzt das Maß voll“. Mit großen Transportern müsse man inzwischen anrücken, um den Unrat einzusammeln und anschließend zu entsorgen.

Pöbeleien und Handgreiflichkeiten

Und das, obwohl man einen hohen vierstelligen Betrag jährlich für die Pacht aufzubringen habe, um dort überhaupt angeln zu dürfen. Damit sind allein Mitglieder der Angelvereine und ihre Gäste berechtigt, sich rund um den See aufzuhalten. Wenn aber, so Löhring, Unberechtigte von ihnen darauf aufmerksam gemacht würden, käme es häufig zu Unverständnis, Pöbeleien, Beleidigungen bis hin zu Handgreiflichkeiten.

Dabei ist Hinterlassenschaft von Müll zwar unerfreulich und ärgerlich, ein anderes Verhalten stellt aber eine echte Gefahr dar. Auch Verbotsschilder und sogar tödliche Unfälle im See in den vergangenen Jahren haben nicht verhindern können, dass dort weiter geschwommen wird. Auf einer Internetplattform war der Baggersee sogar ausdrücklich als Badesee vermerkt.

„Eine Großgemengelage, ein echtes Dilemma!“

Angesichts des offiziellen Absandungsbetriebs, bei dem auch Saugbagger zum Einsatz kommen, ist das Schwimmen auch aufgrund von Sogwirkungen und Abbruchkanten hier lebensgefährlich. Einen bestimmten Personenkreis haben die Angler allerdings bislang nicht ausmachen können. Löhring: „Es kommen Alte und Junge, Heeker und Auswärtige, Deutsche und Nichtdeutsche.“ Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff kennt die Problematik schon lange: „Eine Großgemengelage, ein echtes Dilemma!“ Für den Unmut der Angler äußert er großes Verständnis, sieht aber der Gemeinde die Hände gebunden. „Es ist privater Bereich.“ Nur in diesem Fall sei das anders: beim Wildparken. An heißen Tagen kämen Landwirte oft nicht mehr auf ihre Flächen, Rettungsfahrzeuge würden blockiert. Da werde das Ordnungsamt tätig.

Gelände mit viel Potenzial

Gleichwohl hält Weilinghoff an der Idee fest, den 12,5 Hektar großen See aus der Illegalität herauszuführen. Sein Ziel: ein legaler Badesse. Zumindest langfristig. Erst im Herbst hatte sich die Heeker Politik darauf geeinigt, eine Potenzialanalyse für den See auf den Weg zu bringen. Das Potenzial sieht der Bürgermeister aber schon jetzt und schwärmt von den Möglichkeiten, die sich dort böten als Erholungsareal. „Der See ist schließlich doppelt so groß wie der Aasee in Münster.“ Die neue Nutzung sei bereits planungsmäßig verankert und mit dem Betreiber der „Absandung“ abgesprochen, so Weilinghoff. Wann allerdings der letzte Sand gefördert wird, stehe nicht fest: „Das kann noch Jahre dauern.“ Ob sich dann das Müllproblem erledigt, vermag Tanja Löhring nicht zu sagen. Also werden die Angler weiterhin zur Selbsthilfe greifen und noch mehr kontrollieren.

Seit etlichen Jahren wird aus dem Strönfeldsee Sand zutage gefördert, genauer gesagt „abgegraben“. Und das an zwei Stellen.

Bereits 1994 hat der Kreis Borken eine „Abgrabungsgenehmigung“ für den nördlichen Bereich erteilt, die in den Folgejahren stetig erweitert wurde. 2004 wurde ein zweites genehmigt. Für beide läuft die Genehmigung am 31. Dezember 2024 aus.

Wie Ellen Schlütter von der Pressestelle des Kreises Borken bestätigt, laufen aber bereits Gespräche der Gemeinde mit der Abgrabungsfirma über eine Nachfolgenutzung des Areals.

Kämen diese Gespräche zu einem konkreten Ergebnis, würde das in einen Änderungsantrag münden. Ellen Schlütter: „Dann müsste ein neues Planfeststellungsverfahren eröffnet werden“.

Bislang ist der Bereich dort ein Gewerbegebiet mit Sondernutzungsfläche. Dann könnte er in „Fläche zur Erholung“ geändert werden.chi

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