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Weniger zu beackern

Heek/Legden Die heimische Scholle schmilzt - und das hat nichts mit dem Klimawandel zu tun. Die hitzige Suche nach Platz für neue Wohn- und Industriegebiete, Straßen und Ausgleichsflächen lässt Äcker und Weiden verschwinden: in den vergangenen zehn Jahren kreisweit 51 Quadratkilometer.

Weniger zu beackern

<p>Nicht nur optisch bereichern Felder und Weiden das Münsterland. Auf ihnen verdienen auch nach wie vor zahlreiche Familien ihren Lebensunterhalt. Um so größer ist ihre Sorge, dass zu viel landwirtschaftliche Fläche wegfällt. Lüttich-Gür</p>

Fast ein Zehntel davon allein in Heek. Bernhard Ostendorf schüttelt den Kopf: 5,3 Millionen Quadratmeter - "das ist eine Fläche, auf der zehn Vollerwerbslandwirte wirtschaften können", rechnet der Vorsitzende des landwirtschaftlichen Ortsverbandes Heek vor. Diese Zahlen, die das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) jetzt veröffentlicht hat ("Katasterfläche in Nordrhein-Westfalen 1998 und 2008") überraschen weder ihn noch seinen Legdener Kollegen Norbert Schulze Beikel.

"Schon oft gewarnt"

"Wir Landwirte warnen bereits seit Jahren vor dieser Verknappung der zu bewirtschaftenden Fläche", so Schulze Beikel.

In den vergangenen zehn Jahren hatte Heek unter diesem Trend noch mehr zu leiden als Legden: Fast zehn Prozent weniger landwirtschaftliche Fläche als noch 1998 stand den Bauern zum 1. Januar 2008 zur Verfügung. Kreisweit beträgt der Rückgang "nur" 5,1 Prozent gegenüber 1998.

Legden liegt mit einem Minus von 2,1 Prozent sogar noch unter diesem kreisweiten Durchschnittswert. Immerhin: 837 000 Quadratmeter - das die Fläche von über 160 Fußballplätzen - sind auch im Dahliendorf der Landwirtschaft verloren gegangen.

Trotzdem: Der Kreis Borken ist nach wie vor landwirtschaftlich geprägt. Über 67 Prozent der gesamten Fläche zwischen Nienborg und Isselburg wird beackert. In Heek lässt die bäuerliche Nutzung alle übrigen Nutzungsarten (ob Verkehrs-, Gebäude, Erholungs-, Wasser- oder Waldfläche) sogar noch deutlicher hinter sich - mit einem Anteil von 72 Prozent gegenüber von 80 Prozent vor zehn Jahren. Legden präsentiert sich in der Zusammenstellung der Düsseldorfer Statistiker etwas weniger landwirtschaftlich geprägt: 69,4 Prozent Legdens liegen unterm Pflug oder unter den Hufen von Weidetieren.

Landesweit Spitze

Landesweit sind solche Zahlen eine echte Rarität. Mit 49,6 Prozent liegt der Anteil landwirtschaftlicher Fläche am gesamten Land inzwischen unter der 50-Prozent- Marke. sy-

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