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Ein Jahr in den USA

Zweites Zuhause auf der anderen Seite der Welt

HEEK Noelle Decker, 17 Jahre alte Heekerin, war als Austauschschülerin ein Jahr lang in Arizona/USA und hat dort die High School besucht. Nach ihrer Rückkehr berichtet sie von ihren vielen Eindrücken und Erlebnissen in ihrem "zweiten Zuhause auf der anderen Seite der Welt".

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Noelle Decker mit Freundin und Blick auf den Grand Canyon.

Noelle Decker nach ihrem High-School-Abschluss in der Hitze Arizonas. fotos privat

Noelle Decker nach ihrem High-School-Abschluss in der Hitze Arizonas.

Sie schreibt: "Es ist jetzt schon länger als ein Jahr her, als ich am Flughafen stand und meine Familie verließ, um mich auf eine lange Reise zu begeben. Eine Reise, auf der ein unbekanntes Land zur Heimat wurde und unbekannte Gesichter zu Freunden. Ich kann nicht genau sagen, wann ich wirklich glaubte, angekommen zu sein. Wann mein Leben in Amerika sich nicht mehr wie eine Illusion, sondern wie die Wirklichkeit anfühlte. Aber ich war schnell drin. Nach einer Woche New-York-Camp landete ich bei 45 Grad in Arizona. Ich gewöhnte mich schnell an die Hitze. Fror aber die meiste Zeit dank der Klimaanlagen, die man in jedem Raum, Auto und auch in der Fußgängerzone auffinden konnte.

Den ganzen Tag in der Schule

Die Schule fing zwei Tage nach meiner Ankunft an und ich stürzte mich in den amerikanischen High School Spirit. Zwar steht Schule bei den amerikanischen Teenagern ganz oben, aber sie ist leichter zu schaffen als irgendeine Schule in Deutschland. Ich verbrachte fast den ganzen Tag in der Schule. Die ersten sechs Stunden bestanden aus Unterricht, der durch die riesige Fächerauswahl sehr viel aufregender war als in Deutschland. Die Fächer reichten hier von Fotografie zu Gewichtheben bis hin zu Architektur.

Den Rest des Schultages hat man mit seinem Team verbracht. Natürlich wollte auch ich wissen, ob das berühmte Klischee der Cheerleader und Footballspieler stimmte. Also bin ich dem Cheer-Team beigetreten. Im Frühjahr auch dem Tennis- Team, für welches ich sogar bei den State Championships spielen durfte. Jeden Tag haben wir zusammen trainiert, jede Woche sind wir gegen andere Schulen angetreten. Meine Lehrerin wurde zum Coach, das Team zur Familie und die Freitage, an denen das Football Team spielte, zu "Friday Night Lights".

High-School-Fieber

In den Wochen sind wir Schüler richtig zusammengewachsen und schwebten nur so im High-School-Fieber. Es reihte sich ein unvergesslicher Tag an den anderen. Meine zweite Gastfamilie wuchs mir ans Herz und ich konnte mir nicht vorstellen, diese bald verlassen zu müssen. Wir unternahmen jeden freien Tag etwas und waren jedes Wochenende woanders.

Wir flogen zwei Mal in den Staat Colorado, bestiegen den Grand Canyon, gingen wandern oder einfach nur ins Stadion, um unser Baseball Team anzufeuern. Es schien alles erreichbar und das Wort Entfernung bekam eine ganz neue Bedeutung. Ein Wochenende verbrachte ich in Kalifornien und eine andere Woche sind wir nach Las Vegas gefahren. Ich stürzte mich von einem Abenteuer ins nächste.

Es war nicht immer alles perfekt

Und obwohl das alles sehr verlockend klingen mag, war nicht immer alles perfekt. Vor allem in der Anfangszeit musste ich mich durchkämpfen. Ich habe die Gastfamilie und damit auch die Schule gewechselt. Erst durch Fehler und schlechte Erfahrungen lernte ich, Dinge aus einer anderen Perspektive zu sehen. Und das was ich habe, ob es Freunde, Familie oder Erinnerungen sind, Wert zu schätzen. Ein Auslandsjahr ist hart. Es war wie eine Achterbahnfahrt, nach einem Hoch kam gleich wieder ein Tief. Aber mein Auslandsjahr bestand aus mehr Hochs. Es war das Beste, was mir je passieren konnte."

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