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Heimorgel trifft Klavier

Bochum Bunt, schrill, laut, verspielt, theatralisch - so präsentierte sich auch in diesem Jahr die Nacht der Industriekultur in Bochum. Insgesamt 150 000 Besucher - nach Schätzung der Veranstalter - strömten durch die Spielorte des Ruhrgebiets.

Drehscheibe in Bochum war diesmal das Bergbaumuseum. Dort erlebten die Gäste Covermusik am laufenden Band und in allen Variationen. Die GEA-Allstars spielten Hits der 70er und 80er Jahre zum Mitgrölen und Mittanzen. Hits der 70er Jahre Mambo Kurt spaltete die Gäste: Seine Fans tobten in der ersten Reihe, während der Rest irritiert oder schmunzelnd zu seinen schrillen Interpretationen auf der Heimorgel wippten. Wenig einheitlich waren auch die Reaktionen zur Aufführung des polnischen Straßentheaters «Osmego Dnia - der achte Tag». Die aufwändigen Spezialeffekte mit Feuer, Licht und Geschrei erinnerten an Fluch der Karibik, beeindruckten aber die meisten Besucher, die bis dahin durchgehalten hatten. Schon nach der ersten halben Stunde machten viele Besucher der Jahrhunderthalle eine Pause, bei Kaltgetränk und feinem Catering - wie dort üblich. In der großen Halle die hohe Kultur: Klaviermarathon des Klavierfestivals. Dort spielten Schüler der NRW-Musikhochschulen ununterbrochen Werke von Beethoven. Die Halle: gut gefüllt. Im Handumdrehen 20 Meter Schlange bildete sich am Treffpunkt für die Führungen durch die Katakomben der Jahrhunderthalle. Eigentlich sollten sie alle halbe Stunde starten, die Organisatoren verkürzten den Takt auf zehn Minuten. Auf der ExtraSchicht muss es vorwärts gehen. In den Eingeweiden der Industriekathedrale erfuhren die Besucher von den kilometerlangen Stollen, die quer unter der Stadt herführen. Konnten einen Blick werfen durch Luken in diese Gänge. Auch wenn das Labyrinth wie geschaffen war für den Krieg. «30 bis 80 Meter unter der Erde war die Kriegsindustrie unantastbar», erklärte der Leiter des Rundgangs. Rundgang In blaues und rotes Licht getaucht, die Luft gefüllt mit Klängen der alten Maschinen staunten die Besucher. «Ich hatte ja keine Ahnung», sagte ein Dortmunder und schüttelte verwundert den Kopf. Beim Wiederaufstieg aus Bochums Untergrund tröpfelte den Besuchern die Noten des Klaviers wie Perlen auf das Haupt. Industrie-Geschichte trifft feine Musik - ein besseres Bild für den Charakter der Jahrhunderthalle lässt sich wohl kaum finden. Vicki Marschall/Sabine Josten

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