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Insektensterben

Ascheberg soll sich für die Artenvielfalt einsetzen

Ascheberg Was kann eine Gemeinde wie Ascheberg gegen das Insektensterben tun? Mit dieser Frage will sich Ende November die heimische Politik befassen. Über das alarmierende Ergebnis einer Studie – und was der Naturschutzbund im Münsterland dazu sagt.

Ascheberg soll sich für die Artenvielfalt einsetzen

Eine Hummel sammelt Nektar und Pollen: Die Zahl der fleißigen Tierchen und auch anderer Insekten ist in den vergangenen Jahren zurückgegangen. Naturschützer sind alarmiert. Foto: picture alliance / Frank Rumpenh

Die Menge an Insekten hat in den vergangenen Jahren drastisch abgenommen: Das ist das Ergebnis einer langjährigen Untersuchung des Entomologischen Vereins Krefeld. „Ein ökologisches Armageddon“, titelte daraufhin „Zeit online“.

Ist es wirklich so schlimm? Und vor allem: auch im Münsterland? „Ja“, sagte Dr. Thomas Hövelmann, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Nabu-Naturschutzstation Münsterland, am Freitag auf Anfrage der Redaktion. Die Daten der Gruppe aus Krefeld seien bekannt und würden Einschätzungen des Naturschutzbundes widerspiegeln. „Wir begrüßen es sehr, dass dieses Thema nun öffentlich wird“, sagt Hövelmann.

Insektenmasse um mehr als 75 Prozent geschrumpft

Zum Hintergrund: In einem Artikel des Fachmagazins „Plos One“ haben Forscher aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden das Ergebnis der Krefelder Gruppe bestätigt – und die Arbeit des Vereins damit auf eine wissenschaftliche Basis gestellt.

An 63 Standorten in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Brandenburg hatten die Hobby-Entomologen seit 1989 spezielle Netzvorrichtungen aufgestellt, sogenannte „Malaise-Fallen“, in denen Fluginsekten in einen Sammelbehälter schwirren und dort konserviert werden.

Das Ergebnis: Die jährlich gesammelte Insektenmasse ist innerhalb der vergangenen 27 Jahre um mehr als 75 Prozent geschrumpft. Damit sei der Insektenschwund größer als bisher angenommen. Und das könne auch Auswirkungen auf andere Arten haben.

Nabu: Zahl der Kiebitze geht zurück

„Im Münsterland zum Beispiel geht die Zahl der Kiebitze zurück, weil Elterntiere einfach nicht mehr genug Nahrung für ihre Küken finden“, verwies Dr. Thomas Hövelmann am Freitag auf eine Untersuchung der Nabu-Naturschutzstation. „Das ist besorgniserregend“ – mittlerweile nicht mehr nur für Naturschützer, sondern augenscheinlich auch für die heimische Politik.

Die will sich auf Antrag der CDU im nächsten Umweltausschuss am Dienstag, 28. November, mit dem Thema befassen. Geeignete Referenten sollen an diesem Abend Maßnahmen gegen den Rückgang der Artenvielfalt von Insekten aufzeigen. Die Frage: Was kann eine Gemeinde wie Ascheberg überhaupt dagegen tun?

„Nicht mit dem Finger auf die Landwirte zeigen“

„Ascheberg allein wird das Problem nicht beheben“, sagt Hövelmann. Trotzdem sei jeder Ansatz begrüßenswert – etwa das Anlegen von Blühstreifen an Feldrändern, die es in Ascheberg bereits gibt.

Neben neuen Hecken und Sträuchern und naturnahen Gärten, „muss es eigentlich noch weiter in Richtung Bio-Landwirtschaft gehen“, sagt Hövelmann. Denn der zunehmende Einsatz von Düngern und Pflanzenschutzmitteln und die ganzjährige Bewirtschaftung könnten bei dem Insektensterben eine Rolle spielen.

„Da brauchen wir aber nicht mit dem Finger auf die Landwirte zeigen“, sagt Hövelmann. Das sei ein gesamtgesellschaftliches Problem. „Wenn der Verbraucher kein Geld mehr in die Hand nehmen möchte, muss sich niemand wundern. Auch Artenvielfalt hat ihren Preis.“

Planungs- und Umweltausschuss am Dienstag, 28. November, um 18 Uhr im Bürgerforum in Ascheberg, Dieningstraße 7.

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