Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Wie wird man Fan?

Für Fußball reist er durch die Welt

HERBERN Zweimal täglich trainiert Willy Stephanus. Abends studiert er. Sein Können hat ihn in die Nationalmannschaft Namibias gebracht. Und das, obwohl der 20-Jährige erst vor sieben Jahren angefangen hat. Sein Talent springt über: Innerhalb von drei Minuten bringt der Profi dem fußballtalentfreien Reporter Tricks bei.

/
Willy Stephanus spielt Fußball, seitdem er 13 ist. Heute, sieben Jahre später, wird er bereits in der namibischen Nationalmannschaft aufgestellt. Er spielt im Sturm und im Mittelfeld.

Nach dem Interview hat der Namibianer Willy Stephanus dem RN-Redakteur zwei Fußballtricks beigebracht.

Willy Stephanus läuft noch der Schweiß herunter, als wir uns am Mittelkreis aufs Grün des SV Herbern setzen. Ein paar Herberner Jungs kommen heran geeilt, wollen noch ein Foto mit ihm machen. Sie posieren, Willy lächelt, ein Goldzahn blitzt heraus, Papa knipst die Söhne mit der Nummer 15 der namibischen Nationalmannschaft.  Willy spielt Sturm und Mittelfeld. Er und das Team waren kürzlich in Deutschland zu Gast. Drei Freundschaftsspiele in zehn Tagen, etwas Sightseeing und zum Schluss: einem Reporter Fußball-Leidenschaft näher bringen.Das Foto ist im Kasten, die Kinder verabschieden sich auf Englisch. Die Sonne versinkt hinter dem Tor, und Willy Stephanus erzählt mir, wie er als Kind zuerst Rugby spielte.

„Ich war der einzige von meinen Brüdern, der nicht Fußball gespielt hat“, sagt er. Erst als 13-Jähriger läuft er das erste Mal in Stollenschuhen, als er der Fußball-Schulmannschaft beitritt. Heute spielt er in der Mannschaft, die in der Weltrangliste auf dem 120. Platz steht. Dafür trainiert er zweimal täglich, abends widmet er sich dem Geologie-Studium. Eine kleine Trainingseinheit gibt es nach dem Spiel gegen den SV Herbern nur für den Ruhr-Nachrichten-Reporter. Willy Stephanus zeigt mir, wie er den Ball mit dem Fuß hochhält. Er schafft’s sooft er möchte. Bei mir fliegt der Ball nach zwei Kicks weg. Willy erklärt mir auf Englisch, nur mit dem Fuß zu wippen, nicht zu versuchen, mit der Kraft aus dem Bein zu halten. Sofort gelingt es mir, den Ball fünfmal in der Luft zu halten.

Geboren und aufgewachsen ist der 20-Jährige in Mariental, eine Stadt mit etwa 12.000 Einwohnern – und mit einem Fußballstadion. Aber das Fußballfieber sei in Afrika etwas weniger stark als in Deutschland, meint Willy Stephanus. Bei ihm zu Hause konkurrieren Rugby, Cricket, Leichtathletik und Fußball um die Aufmerksamkeit. Wenn hierzulande Fußball die Massen so begeistert, sollte es vielleicht einfach für mich sein, noch bis zum Ende der EM zum Fan zu werden.

auf einer größeren Karte anzeigen Nicht nur das Leder spielt für Willy Stephanus eine Rolle. Außerhalb von Afrika zu spielen, bietet ihm ebenfalls großen Reiz, sagt er. In Europa herum zu kommen. Könnte er wählen, in welcher Mannschaft der Welt er spielt, wählte er Barcelona oder Arsenal. „In Deutschland eher Bayern München“, sagt er und lacht, weil er weiß, dass in dieser Region die Menschen auf die Dortmunder Mannschaft abfahren. Aber: „Ich würde nicht Nein zu Dortmund sagen.“ Und Schalke? Er hat keine Spiele der Mannschaft gesehen. Aber hat es sich nun vorgenommen. Und ich habe verstanden, dass man auch noch spät seinen Weg zum Fußball finden kann.

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Rat verabschiedet Melanie Wiebusch

Politiker verteilen zum Abschluss viel Lob

Ascheberg Melanie Wiebusch, Leiterin von Ascheberg Marketing, wechselt bekanntlich zum 1. April als Leiterin ins Forum Oelde. Somit war die Ratssitzung am Dienstagabend ihr letzter offizieller Auftritt im politischen Raum. Und das nutzten die Fraktionschefs, um sich von der 41-Jährigen in besonderem Maße zu verabschieden.mehr...

Rentner aus Herbern mit neuen Hobby

Klaus Hilber und sein „Fitnessstudio im Wald“

Herbern Als sich Klaus Hilber überlegt, als Rentner künftig selbst für sein Brennholz im Wald zu sorgen, erfährt er, dass das gar nicht so einfach ist. Er muss zuerst gewisse Voraussetzungen erfüllen.mehr...

Ascheberger Tafel hilft Bedürftigen

Rund 35 Familien besuchen regelmäßig die Tafel in Herbern

Herbern Seit sieben Jahren unterstützt die Ascheberger Tafel mit ihren zwei Ausgabestellen bedürftige Familien. Oft stehen harte Schicksalsschläge hinter ihrem Armutsproblem.mehr...

48. Frühjahrsbasar in Herbern

Hunderte Besucher stürzen sich ins Getümmel

Herbern Viel los war am Wochenende beim 48. Frühjahrsbasar „Rund ums Kind“ in Herbern. Mehr als 12.000 Artikel wurden angeboten. Der Termin für den Herbstbasar steht auch schon fest.mehr...

Steuersenkung in Ascheberg

Familie Mustermann hat 16,28 Euro mehr im Portemonnaie – pro Jahr

Ascheberg Das Leben für die Ascheberger Familie Mustermann verbilligt sich. Um genau 16,28 Euro im Jahr. Weil eine Senkung der Grundsteuer B geplant ist. Doch die Einsparung hätte noch größer ausfallen können.mehr...

Letzter Wolf aus Herbern

Forscher entdecken falsche Zähne im Wolfsmaul

Herbern Vor 183 Jahren starb der letzte Wolf Westfalens in Herbern. Jetzt musste er noch einmal zum Zahnarzt, weil Wissenschaftler Informationen über seine DNA benötigten. Mit überraschenden Erkenntnissen.mehr...