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Thomas Großerichter

Mit dem Rad in weniger als 100 Tagen um die Erde

HERBERN Es gibt dieses Wetter, da jagt man keinen Hund vor die Tür. Regen, Wind, Kälte, vielleicht sogar Graupel ziehen Thomas Großerichter magisch nach draußen. Denn er hat ein großes Ziel.

Mit dem Rad in weniger als 100 Tagen um die Erde

Bereits vor knapp vier Jahren legte Thomas Großerichter die Strecke von Buenos Aires nach Vancouver mit dem Fahrrad zurück.

Raus aufs Rad, mit Tempo Kilometer machen. Bei Sonnenschein fahren kann jeder, „das bringt mich außerdem überhaupt nicht weiter“, sagt der 26-Jährige, der seit fast zwei Jahren wie besessen auf ein Ziel hinarbeitet: Mit dem Fahrrad die Welt zu umrunden. Und zwar in weniger als 100 Tagen. Sollte er das schaffen, wäre der Herberner damit der schnellste Mann der Welt.  

  18.000 Meilen, knapp 29.000 Kilometer, sind dafür abzustrampeln. Das sind pro Tag etwas weniger als 300 Kilometer. Extremsport ist das, auch wenn der Sohn einer Landwirte-Familie sich nicht als Extremsportler sieht: „Ich will die Welt sehen und dabei an meine Grenzen gehen“, sagt Großerichter.Am 17. September, seinem 27. Geburtstag, geht es los. Gemeinsam mit Robert Cramer, der die Tour filmt und bloggt, und Pedro Carvalho aus Lissabon, der das Begleitfahrzeug fährt. Auf einem funkelnagelneuen Rennrad aus Stahl, das Radbauer Stefano Agresti (Rodgau) eigens für den fast zwei Meter großen Herberner anfertigte.

Mit einem Fahrrad von der Stange wäre die Tour noch schwieriger zu bewältigen. In wenigen Wochen ist die Rennmaschine fertig, dann muss sich Großerichter mit jeder Schraube bekannt machen. Sollte etwas kaputt gehen, muss er selbst in der Lage sein, es unterwegs zu reparieren. Doch über die vielen Eventualitäten und möglichen Probleme will Thomas Großerichter nicht zu viel nachdenken. Er hat sie eingeplant, lässt sich aber nicht von ihnen verrückt machen. „Ich trainiere zurzeit nicht nur meinen Körper, ich trainiere auch meinen Geist.“ Die Vorstellung, nach 99 Tagen wieder in Berlin anzukommen: „Das ist Motivation pur“, sagt der Sportverrückte.Bis dahin ist aber noch viel zu tun. Zum einen gilt es, noch Sponsoren zu finden Zum anderen müssen körperliche und mentale Fitness erhalten bleiben. Er hat Süd- und Nordamerika auf dem Rad durchquert (16.000 km), ist im Himalaya von Peking über Tibet nach Kathmandu gefahren (4000 km) und war zuletzt drei Monate in Brasilien, Argentinien und Chile (7000 km) unterwegs. Jetzt geht es noch ins Baltikum zum Trainieren – und auf die Marathonstrecke der Herberner Radtouristik. Wobei das Trainieren in der Heimat nicht so einfach ist: „Hier gibt es zu viel Zivilisation. An jeder Ecke steht eine Ampel, man nicht vernünftig Strecke machen.“ 

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