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Hilfsaktion

Neue Lebensqualität für Lina aus Rumänien

Herbern 2600 Euro kamen bei einer Spendenaktion für die Rumänin Lina Draghici zusammen. Aufgerufen zu der Spendenaktion für seine ehemalige Mitarbeiterin hatte der Herberner Unternehmer Joachim Raguse Ein spezielles Hilfsgerät sorgte nun für Freudentränen.

Neue Lebensqualität für Lina aus Rumänien

Der „Easy Walker“ sorgt dafür, dass Lina sich wieder selbstständig fortbewegen kann. Foto: Raguse

Lina Draghici weinte. Vor Freude. Mit dem Laufgerät „Easy Walker“ erfüllte sich der größte Wunsch der 36-jährigen Rumänin. Anda Cojocaru übergab am Montag das Hilfsmittel, das Lina wieder mehr Lebensqualität bieten soll. Seit einer Operation nach einem bösartigen Tumor war sie auf einen Rollstuhl angewiesen. Nun kann sie sich wieder selbstständig in der Wohnung im rumänischen Heltau bewegen.

30 Einzelspender


2600 Euro kamen bei der Spendenaktion, zu der der Herberner Unternehmer Joachim Raguse aufgerufen hatte (wir berichteten), zusammen. Rund 30 Einzelspender spendeten Beträge zwischen 10 und 500 Euro. Raguse ist angesichts der Hilfsbereitschaft überwältigt: „Vielen Dank an alle, auch im Namen von Lina. Ich glaube, wenn die Menschen wissen, dass das Geld auch gezielt eingesetzt wird, sind sie eher bereit zu spenden.“

1800 Euro hat der „Easy Walker“ gekostet. Ohne Raguses Verhandlungsgeschick wären es 2000 Euro gewesen. Die verbliebenen 800 Euro sollen in monatlichen Raten an Linas Mutter Claudia Vestemean (58) gehen, damit sie für Lina sorgen und mögliche anfallende Rehamaßnahmen finanzieren kann.

Vermittlerin hilft vor Ort

Um sicherzugehen, dass die Spende ankommt, hat Raguse das Gerät mit einem Lkw seines Unternehmens nach Rumänien bringen lassen. Bindeglied und Vermittlerin zwischen Lina und Raguse ist Anda Cojocaru, Produktionsleiterin in Raguses Fabrik im rumänischen Heltau. Auch Lina lernte Raguse zunächst als Mitarbeiterin in seinem Betrieb kennen. „Sie war immer gut gelaunt, immer freundlich“, erinnert er sich.

Vier Jahre arbeitete sie für ihn. Doch die unbeschwerte Zeit der Rumänin endete jäh, als Ärzte einen bösartigen Tumor in ihrem Gehirn entdeckten. Er war Schuld daran, dass sie ihren Job aufgeben musste. Bei der letzten von drei Operationen war der Tumor zwar entfernt, doch Schäden an Nervenbahnen und Gehirnmasse blieben zurück. Die linke Körperhälfte ist seitdem massiv beeinträchtigt, auf einem Ohr ist sie taub, auf einem Auge blind. Fortan war sie an einen Rollstuhl gebunden.

Besuch im März geplant

Kurz vor Weihnachten besuchte Raguse Lina in Rumänien. „Herr Raguse, wenn es nicht besser wird, möchte ich nicht mehr atmen“, sagte sie zu ihm. Sie wünschte sich, sich wieder selbstständig fortbewegen zu können.

Das „Easy Walker“ Laufgerät macht es ihr nun möglich. „Ihr Leben ist jetzt wieder interessanter“, glaubt Raguse. „Die Produktionsleiterin hat mir erzählt, dass Lina kaum zu bremsen war. Sie ist wohl mit dem Gerät von Zimmer zu Zimmer gegangen.“ Im März will er sich selbst ein Bild machen und sie besuchen.

Auf Kritik gestoßen


Einige Leser äußerten sich angesichts des Spendenaufrufes gegenüber unserer Redaktion kritisch und meinten, dass Joachim Raguse als erfolgreicher Unternehmer die 2000 Euro auch einfach selbst hätte bezahlen können.

Darauf angesprochen zeigt er sich wenig überrascht: „Ich habe damit gerechnet.“ Er entgegnet: „Ich unterstütze die Kinderhilfe Heltau mit einem wesentlich größeren Betrag. Ich sitze nicht auf meinem Geld. Ich wollte einfach mal sehen, wie groß die Bereitschaft der Menschen ist, in so einem Fall zu helfen.“

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