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Peter Stöver restaurierte Münsterländer Jagdwagen aus dem Jahr 1854

HERBERN Edel wirkt sie, wie sie da steht. Schwarz lackiert, der samtrote Bezug der Innentüren und das gepflegte glatte Leder der Sitze ziehen sofort sämtliche Blicke auf sich. Niemand, der sich nicht auskennt, würde nur im entferntesten ahnen, dass es sich bei dieser Kutsche um einen Münsterländer Jagdwagen aus dem Jahr 1854 handelt. Als Peter Stöver dieses alte Schätzchen jedoch vor rund 20 Jahren von einem Bekannten erhielt, sah das ganz anders aus.

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Carolin und Jonas genießen die Pause in der alten Kutsche, die ihr Papa Peter Stöver und Opa Willi (vorne) liebevoll restauriert haben.

Selbst die Innenverkleidung haben Peter und Willi Stöver komplett im ursprünglichen Zustand aufgearbeitet.

"Es war ein kleiner Sperrmüllhaufen", lacht Ehefrau Susanne, die sich noch sehr gut daran erinnert, wie das heutige Prachtstück damals aussah, als ihr Mann damit ankam. Er brachte diesen eher jämmerlich anmutenden Haufen Holz zu seinem Vater Willi nach Horst. Und dort waren Vater und Sohn dann in der nachfolgenden Zeit oft zu erreichen. "Beim Tüfteln", verrät Peter Stöver und grinst. Handwerkliches Geschick, Geduld und viel Fingerspitzengefühl waren nötig, um aus dieser Kutsche wieder das Schmuckstück zu zaubern, das es mal war.

Drei Jahre Arbeit für Vater und Sohn

Drei Jahre haben Vater und Sohn dafür gebraucht. "Jetzt nicht täglich, immer so wie wir Zeit hatten", erzählt Peter Stöver. Sie haben die Kutsche komplett auseinander gebaut und dabei fanden sie in den Polstern auch einen alten Zeitungsausschnitt. "Aus dem Jahr 1874", kramt Opa Willi einige vergilbte Schnipsel aus einer Klarsichtfolie, die beweisen dass diese Kutsche aus dem Osnabrücker Raum stammt. Die Räder ließen sie bei einem alten Stellmacher in Bockum-Hövel komplett neu aufarbeiten. "Der zog neue Speichen auf die Laufflächen und neue Eisen", erklärt Peter Stöver.

Modernes Werkzeug funktioniert nicht bei alten Muttern

Die Holzarbeiten übernahmen Vater und Sohn gemeinsam. Es wurde geschliffen und geschmirgelt und vor allem mussten sie das Holz gegen die unzähligen Holzwürmer behandeln, die sich in allen Ecken eingenistet hatten. Erst zum Schluss lackierten sie die Teile schwarz. "In mattem Schwarz", fügt Peter hinzu. Dann kam die mühevolle Kleinarbeit. Alle Einzelteile wollten schließlich wieder zusammengesetzt werden. Auch hier achtete das Duo auf die Feinheiten. "Das fing bei passendem Werkzeug an und das zu finden, war am schlimmsten", verrät Peter Stöver, denn die alten Muttern und Schrauben waren mit dem modernen Werkzeug nicht festzuziehen. Gut, dass Vater Willi auf einen alten Werkzeugbestand zurückgreifen konnte.1854 gab es noch keine Scheibenbremsen

Heute steht die Kutsche in Horst. Peter Stöver bückt sich und weist auf ein langes Gebilde unter der Kutsche. "Dieser Langbaum, der von vorne quer unter dem Wagen verläuft und so beide Achsen verbindet, ist die Besonderheit an diesem Wagen. So etwas findet man heute nicht mehr". Das einzige, was diese alte schwarze Kutsche 1854 noch nicht hatte, sind die Scheibenbremsen. Die haben Vater und Sohn aus Sicherheitsgründen eingebaut, sie ersetzten die alten Holzklötze, die heute nur noch als Feststellbremse dienen.

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