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Vermisste Dinge: Im Fundbüro lagern Geschichten

HERBERN Fast jeder hat im Laufe seines Lebens schon einmal etwas verloren: Ob Schlüsselbund, Portemonnaie oder teuere Sonnenbrille – der Verlust schmerzt. Um so größer die Freude, wenn die vermissten Dinge wieder auftauchen. Im Fundbüro Herbern kennt man diese Situation nur allzu gut. Viele Fundsachen tragen ihre Geschichte mit sich.

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Rund 40 Fahrräder algern zurzeit in der Außenstelle der Fundsachenabteilung in Herbern.

Einzlene Handschuhe, Stofftiere und Armbänder - selbst Dinge ohne großen Wert nimmt die Fundsachenabteilung an.

 „Die Leute sind unheimlich erleichtert, dass sie ihren Besitz zurück bekommen“, erzählt Irmgard Bouma vom Bürgeramt Herbern.

Erst vor ein paar Wochen habe ein Mann aus Lünen beim Besuch von Schloss Westerwinkel eine hochwertige Digitalkamera verloren. „Dass die Kamera bei uns abgeben worden war, konnte er zuerst gar nicht glauben, weil sie so teuer gewesen ist“.

Der Finder darf's behalten

Doch was sich noch Happy-End klingt, kann auch anders ausgehen. Wenn die Verlustsachen nach sechs Monaten nicht eingefordert werden, darf der Finder sie behalten. Zwar hat der rechtmäßige Besitzer noch drei Jahre Anspruch auf Rückgabe. Doch die Beweislage ist oft schlecht.

Ein Fundrad kann Frust bedeuten

Besonders bei Fahrrädern kommt es zu solchen Konflikten. So habe einmal ein älterer Mann, Fundrad nach Ablauf der Frist neu aufbereitet und es seinem Enkel geschenkt.

„Das Drama war groß als der Besitzer das Kinderrad erkannte und zurück haben wollte“, erzählt Bouma und rät deshalb das eigene Rad bei der Polizei oder über eine Versicherung codieren zu lassen. „So kann das Rad überall in Deutschland identifiziert werden.“

Gut 40 Räder im Keller

Derzeit lagern im Keller des Bürgeramts rund 40 Drahtesel, bei Schützenfesten und zur Kirmeszeit noch mehr. Die nicht so gut erhalten Modelle werden nach sechs Monaten an caritative Einrichtungen verschenkt.

Neben den Rädern, gehören aber auch Schlüssel zu den Ladenhütern. „Selbst Autoschlüssel werden kaum wieder abgeholt. Nach der Frist werden sie deshalb unbrauchbar gemacht.“ Unbrauchbar machen, dass soll heißen, der Hausmeister haut mit einem Hammer drauf.

200 vermisste Dinge pro Jahr

Eine Versteigerung der Fundsachen, wie in anderen Orten, ist in der Gemeinde Ascheberg allerdings nicht geplant. Zwar werden rund 200 Fundsachen pro Jahr abgegeben. Doch haben die Dinge oft geringen Wert.

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