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Hilfe für die Partnerstadt

BOCHUM "Das Thema AIDS wird in der Ukraine tot geschwiegen", erzählt Astrid Platzmann-Scholten, dritte Bürgermeisterin von Bochum. "Dabei steigt die Zahl der HIV-Infizierten dort laut WHO schneller als in Südafrika."

Hilfe für die Partnerstadt

Arbeiten Hand in Hand im Kampf gegen AIDS: Tatjana Rjanskaja (v.l.), Arne Kaiser (im Kostüm), Astrid Platzmann-Scholten sowie die Koordinatorin in Donezk, Ludmila Pelich.

Platzmann, selbst Leiterin einer Beratungsstelle für AIDS und sexuelle Erkrankungen, weiß: "In Donezk ist jeder 50. bis 100. Mensch mit HIV infiziert. In Deutschland ist es etwa jeder 1500. Da muss etwas passieren." Gerne bot sie dem Freundeskreis Bochum-Donezk daher die Unterstützung für das neue Projekt des Vereins an. Im Rahmen der Deutsch-Ukrainischen Partnerschaftsinitiative zur Bekämpfung von HIV/AIDS - gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit - entwickelt der Verein seit Mai in der Sozialstation des Bochumer Hauses in Donezk eine Abteilung, die sich auf die Beratung zu AIDS sowie die Pflege AIDS-kranker Menschen spezialisieren soll.

"Die Mitarbeiter der Sozialstation pflegen bereits ehemalige Zwangsarbeiter und -arbeiterinnen in der häuslichen und der Tagespflege", erklärte Manfred Schmidt vom Freundeskreis Bochum-Donezk. "Da war es sinnvoll diese Strukturen auszudehnen in Hinsicht auf den Umgang mit HIV-Infizierten."

Astrid Platzmann-Scholten, Arne Kaiser, Geschäftsführer der AIDS-Hilfe Bochum, sowie Andy Schütz, Pflegewissenschaftler an der Universität Witten/Herdecke, haben die Weiterbildung der Donezker Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen übernommen. Das Interesse ist groß: "Auch aus einem Rehabilitationszentrum für Drogensüchtige konnten wir sechs Mitarbeiter gewinnen, die sich in der Pflege mit HIV infizierter Patienten weiterbilden lassen", sagte Tatjana Rjanskaja, Leiterin der Sozialstation im Bochumer Haus.

Derzeit ist eine Gruppe ukrainischer Mitarbeiter zu Gast in Bochum. Hier haben sie bis zum 7.9. ein anstrengendes Programm vor der Brust. Jeden Tag stehen Schulungen an - zu Themen wie Infektionslehre, Schutz vor Infektionen oder Beratung -, aber auch Besuche zum Beispiel bei Madonna, der Beratungsstelle für Prostituierte stehen an. Die ausgebildeten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können dann weitere Pfleger ausbilden.

Arne Kaiser begrüßt das Projekt, denn: "In der Ukraine ist AIDS dermaßen stigmatisiert, dass die Menschen eher sterben, als ihre Erkrankung zuzugeben. Niemand kümmert sich um Erkrankte, denn für die Regierung ist AIDS kein Thema."

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