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Vorsitzwahl der Linken

Katharina Schwabedissen erklärt Kandidatur-Rückzug

WITTEN/GÖTTINGEN „Mir ist schon im Vorfeld klar geworden, dass doch die Macht-Taktik unseren Parteitag bestimmen wird“, erklärte Katharina Schwabedissen am Montag zu ihrem kurzfristigen Rückzug von der Kandidatur um das Spitzenamt der Partei Die Linke. „Gerade das wollte ich ja nicht“, begründet sie, warum sie sich entschied, am Samstag doch nicht gemeinsam mit Katja Kipping zur Wahl anzutreten.

Katharina Schwabedissen erklärt Kandidatur-Rückzug

Katharina Schwabedissen hat ihre Kandidatur für den Linke-Parteivorsitz zurückgezogen.

Ursprünglich wollten beide als Frauen-Doppelspitze die Flügelkämpfe in der Partei beenden. Bereits am Freitag, so Schwabedissen, hätten jedoch die Delegiertenbesprechungen stattgefunden, bei denen sie den eindeutigen Eindruck gewonnen habe, dass ihre Kandidatur keinen Sinn macht. Für das Frauenduo habe es heftigen Gegenwind nicht nur von Oskar Lafontaine gegeben: „Er kam vom gesamten gewerkschaftlich orientierten Flügel.“ So gesehen sei der jetzt an ihrer Stelle gemeinsam mit Katja Kipping gewählte Riexinger eine gute Wahl. Da er quasi demselben Parteiflügel angehöre wie sie, so Schwabedissen, hätte sie eine Kandidatur gegen ihn als absurd empfunden. Zum Schluss sei sie auch nicht mehr ganz einig mit Katja Kipping gewesen, die sich dann doch entschied, auf dem Frauenplatz neben Riexinger anzutreten.

Beim Parteitag setzte sich das westliche, stark oppositionell orientierte Lafontaine-Lager gegen den eher pragmatisch ausgerichteten Flügel aus den östlichen Bundesländern um Dietmar Bartsch durch. Persönlich enttäuscht sei sie nicht, versichert Schwabdissen, die auch den linken Flügel vertritt, aber ihre Partei dennoch auf einen dritten, einigenden Weg führen wollte: „Ich atme eher gerade durch und habe das Gefühl, dass ich mein Leben zurück kriege.“ Für die zweifache Mutter wäre es nicht unbedingt einfach geworden, das Spitzenamt mit der Familie zu vereinbaren.Ihre Partei sieht Schwabedissen im Gegensatz zu vielen Beobachtern von außen durch die aktuellen Parteitagsbeschlüsse nicht vor der Auflösung: „Die Auseindersetzungen auf dem Parteitag waren zwar sehr heftig, jetzt kommt es aber darauf an, wie sich die Kreisverbände verhalten.“ Die Tatsache, dass sie bei Bekanntgabe ihrer Kandidaturpläne viele positive Rückmeldungen erhalten habe, stimme sie optimistisch: „Das waren unglaublich anstrengende Wochen. Ich bin sehr müde. Aber ich werde weiter in der Linken Politik machen, auch wenn ich nicht genau weiß, an welcher Stelle“, zieht sie ihr persönliches Fazit.

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