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Kein Geld für gesundes Essen

Manfred Baasner (Tafeln), Kai Rüsberg (Ruhrpressekonferenz) und Mathilde Kersting (Inst. für Kinderernährung) sprechen über den Zusammenhang von Armut und Ernährung.

Kein Geld für gesundes Essen

WATTENSCHEID Bochum gehört zu den Städten im Ruhrgebiet, in der immer mehr Menschen auf die Lebensmittelspenden der Tafeln angewiesen sind.

12.11.2007

Vor diesem Hintergrund luden gestern Manfred Baasner von der Tafel Wattenscheid und Mathilde Kersting vom Dortmunder Institut für Kinderernährung zur Ruhrpressekonferenz. Veranstaltungsort war das soziale Kaufhaus der Wattenscheider Tafeln in der Laubenstraße 19. In Bochum gibt es bereits 34 Ausgabestellen der Tafel. „In dieser Stadt mit etwa 400 000 Einwohnern holen sich 5000 bis 6000 Menschen wöchentlich die gespendeten Lebensmittel“, sagt Bassner. Hartz IV reicht nicht Auch einige Schulen und Kindergärten bekommen so Essen für ihre Schützlinge. Jeden Dienstag werden 16 Bochumer Einrichtungen und damit 600 Kinder mit gesunden Mahlzeiten versorgt. Es müsse auch darum gehen, so Baasner, die Kinder an gesundes Essen zu bringen. „Viele kennen die einfachsten Gemüsesorten nicht.“ Gerade Kinder aus einkommensschwachen Haushalten seien davon betroffen. Hartz IV hätte diese Misere noch verschärft. Das Dortmunder Institut für Kinderernährung belegt in einer Studie, dass die Regelsätze nicht ausreichen, um sich mit genügend gesunden Lebensmitteln zu versorgen. Wenn sich Familien, die Hartz IV beziehen, auf Discountmärkte beschränken, so die Studie, deckt der Regelsatz für Kinder trotzdem nur bis zum sechsten Lebensjahr die Kosten, die für eine gesunde, ausgewogene Ernährung entstehen. Die Frage, die sich hier stellt, ist, wie man dieses Problem beheben kann. Die Veranstalter der Konferenz sind sich darüber einig, dass ein schlichtes Anheben der Hartz IV-Sätze wenig bringen würde. In Familien, in denen nicht auf gesunde Ernährung geachtet würde, vielleicht auch weil das entsprechende Wissen fehle, würde das zusätzliche Geld wahrscheinlich einfach in mehr ungesundes Essen fließen. Ein Ansatz ist das Konzept der Verhältnisprävention. „Das gesamte Umfeld der Kinder muss verbessert werden, der Zugang zu gesundem Essen muss leichter werden“, sagt Mathilde Kersting. Trinkwasserspender anstelle von Limonadenautomaten und ein Verbot von Süßigkeitenwerbung, die gezielt Kinder anspricht, wären da geeignete Mittel. So lernten die Kinder auch außerhalb der Familie, sich gesund zu ernähren. Außerdem seien Schulungen über gesunde Ernährung für Eltern ein gutes Mittel. Dies sei jedoch schwer umsetzbar. 

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