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Premiere im Thealozzi

Kein Happy End für die ganz normale Frau

BOCHUM „Blind Spots“ das neue Stück des englischsprachigen Theaters only connect! sorgte am Freitagabend im Kulturhaus Thealozzi für ein ganz besonderes Theatergefühl. Denn so recht fühlte man sich gar nicht wie im Theater.

Kein Happy End für die ganz normale Frau

Das Stück "Blind Spot" zeigt das Leben in den USA in den 1950ern und 60ern.

Ein ringsum bespielter Raum, in dem fast mittig, auf vertikal angeordneten Sitzmöbeln die Zuschauer Platz nehmen. Das ermöglicht einen ganz anderen Blickwinkel auf das Geschehen vor, hinter und neben einem. Warum sind sie hier? Hassen sie Kinder? Hatten sie heute schon Sex? Are you happy? Fragen über Fragen, die die Zuschauer direkt am eigenen Stuhl erwarteten. Schwieriges hat sich only connect! mit der Umsetzung von Alice Munros Kurzgeschichte „Vandals“ vorgenommen. Angesiedelt im Amerika der 1950er- und 60er-Jahre, ist ein zweistündiges Bühnenstück herausgekommen, welches niemals wirklich endet. Es ist roh und beabsichtigt unabgeschlossen. Auf ein Ende, oder gar ein Happy End wartet man vergebens. Als Teil des Ganzen und mittendrin fungiert der Zuschauer als stiller Beobachter von Alice Munros (hervorragend dargestellt von Burcin Öztürk) kreativem Prozess des Schreibens.

Und den Gedanken über ihr eigenes Leben. Nämlich das einer ganz normalen Frau. Ehefrau, Mutter und Tochter. All diese Rollen beeinflussen sie. Und ein jeder kann ein Stück von sich selbst in den Figuren wiederfinden. Und immer wieder Fragen über Fragen. Warum ist es so schwer glücklich zu sein? Munros erdachte Figuren: Liza, das immerwährende Opfer, Bea, die in Verleugnung lebt und der animalische Ladner, der sich nimmt was er will – vor allem Frauen. Wenn es sein muss mit Gewalt. Von hinten und vor aller Augen. Grandios glaubwürdig und perfekt besetzt ist die Rolle des Ladner mit Alexander Kupsch. Während Liza (Corinna von der Heyde) und Bea (Jana Pleger) auch mit fortschreitender Geschichte etwas blass und oberflächlich bleiben. In der beachtlichen Anzahl von 20 Darstellern, die sich stets alle irgendwo auf der Bühne befinden und Zuschauer umspielen, gehen sie fast in der Masse unter.

Liza, Bea und Ladner sind verstrickt in einem eigentümlichen Netz der Abhängigkeiten. Sind tragisch und selten komisch. Beladen mit Geheimnissen vergangener Sünden und der schleichenden Auswirkung von Schuld, Enttäuschung und Desillusionierung. Blind Spots ist eine interessante Adaption und sicherlich kein Stück für Jedermann. Und auch der englischen Sprache sollte der geneigte Zuschauer zumindest ansatzweise mächtig sein, um dem tiefsinnigen Stück folgen zu können. 

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