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Kibiz treibt Personalkosten in die Höhe

WITTEN Gerade erst hatte man in der Evangelischen Kirche aufgeatmet, weil die Landesregierung den Träger-Anteil an der Finanzierung der Kindertageseinrichtungen von 20 auf 12 Prozent abgesenkt hatte. Jetzt – das Kindergartenjahr hat gerade erst begonnen – muss man sich schon fragen, ob das reicht. Das Kinderbildungsgesetz (Kibiz) hat vor allem zu höheren Personalkosten geführt.

Kibiz treibt Personalkosten in die Höhe

Zur Betreuung der Kinder in Tageseinrichtungen wird nun mehr Personal gebraucht als erwartet.

„In unseren 21 Einrichtungen im Kirchenkreis, von denen 11 in Witten sind, fielen bisher 4000 Arbeitsstunden monatlich an, jetzt sind es 5000. Wir brauchen 12 bis 15 Erzieherinnen zusätzlich“, schildert Pfarrer Martin Treichel, im Kirchenkreis zuständig für die Kindergärten.

Damit geht es der Kirche wie der Stadt Witten. Auch sie muss zusätzliches Personal für die Kindertageseinrichtungen und offenen Ganztagsschulen einstellen. Das kostet rund 370 000 Euro, von denen die Stadt gut die Hälfte allein tragen muss. Als Kibiz auf den Tisch kam, hatten die Träger befürchtet, Mitarbeitern kündigen zu müssen – es kam ganz anders: Eltern haben für ihre Kinder 35 oder 45 Stunden Betreuung gebucht. Das Minimalprogramm von 25 Stunden war kaum gefragt.

„Einen Teil der Zusatzkosten können wir auffangen, weil die Kirchensteuereinnahmen höher sind als im letzten Jahr. Ob wir auf Dauer zwölf Prozent Trägeranteil halten können ist fraglich. Es zeichnet sich ab, dass die zwölf Prozent jetzt angesichts der höheren Gesamtkosten genau so viel ausmachen, wie vorher 20“, sagt Treichel und sieht neue harte Verhandlungen zwischen Land und Kirchen kommen. Personalprobleme in den Kindergärten hat auch AWo-Geschäftsführer Jochen Winter: „Wir brauchen mehr Fachkräfte, weil wir mehr Gruppen mit Kindern unter drei Jahren haben. Dafür mussten wir Ergänzungskräften Änderungskündigungen schicken. Wir haben unterm Strich nicht unbedingt mehr Mitarbeiter, aber die Kosten sind gestiegen, wegen des höheren Anteils an ausgebildeten Erziehern.“

Positiv bewertet er mehr Freiheit der Kindergartenträger beim Wirtschaften mit dem zur Verfügung stehenden Geld. Mit Geschick ließe sich da viel machen. Trotzdem blickt er misstrauisch Richtung Düsseldorf. Schließlich habe Kibiz auch dem Land höhere Kosten beschert als erwartet: „Wir wollen hoffen, dass es bei dem Finanzrahmen bleibt und nicht irgendwo der Rotstift angesetzt wird.“

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