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"Abscheuliche Bilder"

Kinderporno-Sammler muss ins Gefängnis

BOCHUM Er kann es einfach nicht lassen. Bereits zwei Mal ist ein Wattenscheider wegen Besitzes von Kinderpornographie verurteilt worden. Unfassbar: Zuletzt erwischten ihn die Ermittler erneut mit Fotos und Videos mit abscheulichen Darstellungen auf seinem Rechner. Dafür geht er jetzt ins Gefängnis.

Insgesamt waren es 35 000 Dateien. Gestern wurde der 47-Jährige verurteilt. Das Amtsgericht verhängte gegen den Kinderporno-Sammler eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten – ohne Bewährung. 2006 hatte der gelernte medizinische Bademeister das erste Mal vor Gericht gestanden.

Er bekam eine Geldstrafe. 2008 dann der Wiederholungsfall. Diesmal schaffte er es nur mit Mühe und Not in der Berufung, noch eine Bewährungsstrafe zu erreichen. Das Amtsgericht hatte ihn zu einem Jahr und neun Monaten ohne Bewährung wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornographie verurteilt. Doch bereits während dieser Verhandlungen sammelte der Bochumer weiter seine Bilder. Bilder von denen der Vorsitzende Richter Werner Pattard gestern im Urteil sagte: „Hinter jedem dieser Fotos steht ein realer Kindesmissbrauch.“ Da half es dem Angeklagten jetzt auch wenig, dass er ein Geständnis ablegte. Zu Bestreiten gab es sowieso kaum etwas, nachdem ihn ein Kollege angezeigt und die Polizei im April 2010 die abscheuliche Datensammlung auf seinen Festplatten gefunden hatte. Und auch die Zukunftsprognose für den Mann, der inzwischen in einem Call-Center arbeitet, sieht eher düster aus. Laut einem psychologischen Gutachten gibt es ein hohes Rückfallrisiko. Und das trotz einer abgeschlossenen Therapie, die ihm im letzten Urteil auferlegt worden war. „War ihnen nicht klar, dass sie ins Gefängnis gehen?“, wollte der Vorsitzende Richter von dem Angeklagten wissen. Eine Antwort blieb der Angeklagte schuldig – der Mann schwieg. Eisern.

Sein Verteidiger warb im Plädoyer um Milde. Sein Hauptargument: Mit einer Gefängnisstrafe löse man das eigentliche Problem nicht, man verschiebe es nur. Doch das Gericht ließ sich nicht erweichen, blieb hart. Der Angeklagte habe seine Chance gehabt, in der Therapie über die Folgen seiner Taten nachzudenken, hieß es im Prozess. Doch die Chance habe er nicht genutzt. 

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