Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Maßstab 1:160

Dietmar Urmes hat die Kathedrale von Chartres mit Streichhölzern nachgebaut

Kirchhellen Dietmar Urmes hat ein Mammutprojekt abgeschlossen: In 44 Jahren baute der Kirchhellener die Kathedrale von Chartres nach: mit einer Million Streichhölzer!

/
Im Schaufenster von Rosee Reisen ist das Modell zu bewundern.

Das Portal der Kathedrale.

Sogar die einzelnen Figuren hat Dietmar Urmes aus Streichhölzern angefertigt.

Exakt 44 Jahre hat Dietmar Urmes aus Kirchhellen für die Nachbildung der Kathedrale von Chartres mit rund einer Millionen Streichhölzern gebraucht. Und war damit immerhin 22 Jahre schneller als die Bauherren im Mittelalter.

„Es war schlechtes Wetter.“ So beschreibt Dietmar Urmes den 1. Mai 1968. An den Tag kann er sich noch gut erinnern, denn damals kam der damalige Pfeifenraucher auf die Idee, aus Streichhölzern etwas zu bauen. An den 1. Mai 2012 wird sich Urmes auch erinnern können. Denn auf den Tag 44 Jahre später hat er die französische Kathedrale von Chartres im Maßstab 1:160, fertiggestellt. Bewundern kann man das Ergebnis derzeit im Schaufenster von Rosee Reisen an der Hauptstraße in Kirchhellen. Wie kommt man aber dazu, 44 Jahre lang an einem Modell zu bauen? Wer solche Fragen an Urmes richtet, muss bei dem wortgewandten und humorbegabten 72-Jährigen mit einer Antwort rechnen, mit der man nicht gerechnet hat. Die Bauherren im Mittelalter, so Urmes mit gespielter Unschuldsmiene, hätten immerhin 66 Jahre für ihre Arbeit am Original benötigt. „Die haben mich nur knapp überholt.“ Urmes lacht. Und erklärt anschließend, dass er natürlich auch Pausen gemacht habe, in denen der frühere Lehrer der Höheren Handelsschule in Dorsten Bücher über sein Steckenpferd Etymologie schrieb und darin Namen, Krankheiten oder Orte unterhaltsam auf ihren Ursprung abklopfte. 66 Jahre – so lange wollte Urmes mit der Vollendung des Nachbaus des Welterbes der Unesco nicht warten. „Die Hände sind auch nicht mehr die ruhigsten. Und die Augen nicht mehr das, was sie mal waren.“ Wer die unglaublich filigranen Arbeiten aus der Nähe betrachtet, bekommt einen Eindruck, wie viel Geduld dafür nötig gewesen sein muss. 81 Zentimeter lang ist sein Modell, 46 Zentimeter breit. Der Nordturm ragt 70 Zentimeter in die Höhe, beim Original sind es 112 Meter. Die Materialien und Werkzeuge sind schnell aufgezählt: Streichhölzer, Uhu, Stecheisen und Rasierklingen. Die Techniken für sein Werk musste Urmes erst entwickeln. „Ich musste lernen, wie man Streichhölzer biegt, wie man sie spaltet und schnitzt“, sagt Urmes und zeigt auf das geschnitzte Königsportal.

Christus als Richter des Jüngsten Gerichts sitzt dort umgeben von den Tiersymbolen der vier Evangelisten. Oder das runde Fenster an der Westseite der Kathedrale, für das Urmes die Streichhölzer mit Rasierklingen auf ein Hundertstel ihrer „Dicke“ bringen musste. Warum er eine gotische Kathedrale ausgewählt habe? Auch auf diese Frage bekommt man einen „echten Urmes“: „Rokoko hätte ich nicht bauen mögen. Da hätte ich zu viel biegen müssen.“ Die eine Million Streichhölzer hat Urmes übrigens nicht alle selbst kaufen müssen. Über sein Projekt ist immer wieder in den Medien berichtet worden. Und bereits Anfang der 70er-Jahre drang einer der Berichte bis in die DDR nach Thüringen. Von dort erhielt Urmes ein großes Paket voller Streichhölzer.

„Insofern ist es ein gesamtdeutsches Projekt“, so Urmes lächelnd. Die Kathedrale nach Jahrzehnten als Dauerbaustelle liegen zu lassen, sei für ihn niemals in Frage gekommen. „Wer mich kennt, weiß: Ich musste es vollenden. Langweilig ist mir die Arbeit übrigens nie geworden.“ Und wer Urmes kennt, weiß auch: So ein Mann hat schon die nächsten Pläne im Hinterkopf. Ein Buch wolle er nicht mehr schreiben, sagt er. Stattdessen will er sich der Malerei zuwenden. "Ich wollte ursprünglich Bildhauer werden.“ Vor allem Porträts habe er als Student gemalt. Was er nun auf die Leinwand bringen wird, lässt er noch offen. Für den Abschied hat er sich aber noch einen „echten Urmes“ aufgespart: „Eines kann ich jetzt schon versprechen: Ich werde keine Kirche mehr bauen.“

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Aushilfs-Schiedsrichter auf Schalke

Zuschauer sprang spontan als Schiri ein

Kirchhellen/Gelsenkirchen Eigentlich wollte Stefan Tendyck, Mitglied des VfB Kirchhellen, am Samstag im Stadion nur das Schalke-Spiel anschauen. Doch dann sah er einen Anruf auf seinem Handy – und aus dem Tribünenbesucher wurde ein Bundesliga-Schiri.mehr...

Theaterstück im Montessori Kinderhaus begeistert

Schneewittchens Reise zum Glück

Kirchhellen Sieben Zwerginnen verhalfen Schneewittchen zu ihrem Glück. Die vielen Kinder waren begeistert von de Vorstellung. In diesem Jahr waren die Kulissen besonders prächtig, die Gruppe hatte mehr Platz zum gestalten.mehr...

500 feiern Kinderkarneval im Brauhaus

Ein Einhorn und ein Superstar für Kirchhellen

Kirchhellen. Bunt, laut und lustig ging es beim Kinderkarneval im Brauhaus zu. Die Kinder überzeugten mit kreativen Verkleidungen, von Piraten bis zu Prinzessinen war alles dabei. Ein Kostüm war aber besonders beliebt.mehr...

Party bis tief in die Nacht

800 Gäste beim Kirchhellener „KarneBall“

Kirchhellen Auch in diesem Jahr lud der VfB Kirchhellen zu einer jecken Karnevalsparty ein. Das überwiegend kostümierte Partyvolk feierte bis tief in die Nacht. Für Stimmung sorgte das Fire & Ice DJ-Team.mehr...

Frauenkarneval im Brauhaus

So viel Spaß hatten die Närinnen beim KFD-Programm

Kirchhellen In guter Tradition hat die KFD Kirchhellen das Brauhaus am Mittwoch mal wieder mit reichlich Gästen versorgt. Der Grund? Na, klar: Karneval! Hunderte Frauen kamen zur ersten Veranstaltung. Die Theatergruppe der KFD hatte sich ein abwechslungsreiches Programm ausgedacht – mit viel Lokalkolorit, lustigen Kostümen und tollem Bühnenbild. Viele Bilder gibt‘s hier.mehr...

Neue Attraktion im „Movie Park“

Mythos Excalibur erwacht zum Leben

Kirchhellen Der Mythos „Excalibur“ erwacht im Movie Park zum Leben. Die neue Thematisierung der Wasser-Attraktion erwartet schon bald die Gäste.mehr...