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Konto der Freundin geplündert

WITTEN „Wer soll sie denn noch einstellen mit einer Verurteilung wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung?“ donnerte der Staatsanwalt. „Haben sie darüber überhaupt einmal nachgedacht?“

Die so harsch Angesprochene kauerte wie ein Häufchen Elend auf der Anklagebank. Die 26-jährige Frau aus Gevelsberg hatte im Januar der Versuchung nicht widerstehen können und aus der Geldbörse einer Freundin aus Witten Bargeld und eine EC-Karte entwendet.

Dazu kam es, als die beiden Frauen im Januar dieses Jahres gemeinsam einkaufen waren. Die Geschädigte übergab der Angeklagten dabei ihre Geldbörse zur Aufbewahrung, vergaß aber später, sie zurückzuverlangen.

Die Freundin wiederum, nach eigenen Angaben zunächst selbst überzeugt, die Geldbörse zurückgegeben zu haben, fand diese später im Fußraum ihres Wagens.

Da sie sich in finanziellen Schwierigkeiten befunden habe, hätte sie zunächst das Bargeld entnommen, gestand die Angeklagte. Danach habe sie sich nicht mehr getraut, die Geldbörse zurückzugeben, und sei schließlich der Versuchung erlegen, mittels der EC-Karte und gefälschten Unterschriften einzukaufen.

Dass die damals hochschwangere und bislang nicht vorbestrafte Frau dabei nichts für sich kaufte, sondern vor allem Babysachen für ihr Kind, sowie die Tatsache, dass der entstandene Schaden für die Freundin durch spätere Rückbuchungen nur gering ausfiel, stimmte sowohl den Staatsanwalt wie auch Richter Bernd Grewer schließlich milde.

 Das Verfahren gegen die Frau wurde gegen Auflage einer zumindest teilweisen Schadenswiedergutmachung und der Ableistung von 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit vorläufig eingestellt.

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