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Kronenbrot: Stimmung auf dem Nullpunkt

RÜDINGHAUSEN Miese Stimmung und dicke Luft – bei der Firma Kronenbrot an der Friedrich-Ebert-Straße. Seit beinahe drei Wochen schwelt hier der Konflikt zwischen Chefetage und Belegschaft.

Kronenbrot: Stimmung auf dem Nullpunkt

NGG-Regionschefin Yvonne Sachtje sammelte die Abstimmungszettel ein.

Gestritten wird um einen gemeinsamen Haus-Tarifvertrag für alle Belegschaftsmitglieder und um eine 5,8 prozentige Lohnerhöhung. Der Gewerkschaft Nahrung, Genussmittel und Gaststätten(NGG) geht es vor allen Dingen darum, zu verhindern, dass neue Mitarbeiter nach den niedrigeren Tarifen der Bäcker-Innung bezahlt werden. Und langjährige Kollegen aus Kostengründen schließlich aus dem Betrieb gedrängt werden. „Das spaltet die Belegschaft und schafft eine Zwei-Klassen-Gesellschaft!“ äußert sich NGG-Regions-Chefin Yvonne Sachtje wütend.

Gute BeteiligungGestern war die Urabstimmung an den drei Standorten Witten, Köln und Würselen. Streik ja oder nein? Etwa 1200 Mitarbeiter – in Witten 189 Leute – waren zur Stimmabgabe aufgefordert. Von drei Uhr morgens bis um 15 Uhr stand das Gewerkschaftsmobil vor den Fabriktoren, mit Namensliste und Urne. „Die Resonanz und Wahlbeteiligung der Kollegen ist sehr gut,“ so die Gewerkschaftsfrau. Gefaltete grüne Zettel wandern in die Urne. Grün ist die Hoffnung. Das Abstimmungsergebnis liegt allerdings erst heute in den Morgenstunden vor. „Die Urabstimmung ist als Signal gedacht,“ werden Stimmen laut. „Vielleicht lenkt unser Geschäftsführender Gesellschafter Lothar Mainz doch noch ein! Der vornehme Herr Kronenbrot.“

Stimmung am Nullpunkt Die Stimmung ist absolut am Nullpunkt. „Seit 31 Jahren fahre ich Brot, aber so etwas habe ich noch nicht erlebt,“ ärgert sich ein Kollege. Die Angst schleicht durch den Betrieb. Einschüchterungen, Drohungen und Abmahnungen sollen an der Tagesordnung stehen. „Die Solidarität muss wieder größer werden. Wir müssen gerade jetzt viel miteinander reden!“ ereifert sich ein anderer. „Denn nur gemeinsam sind wir stark!“

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