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Symbolische Aktion

"Krüppel" mit "Hammer" geschlagen

WITTEN "Krüppelschläge" gab es am Freitag beim Raumausstatter Kölsch in der Innenstadt. Eine symbolische Aktion, um auf die Diskrimierung aufmerksam zu machen, die Menschen mit Behinderungen auf offener Straße immer noch erfahren.

"Krüppel" mit "Hammer" geschlagen

Der "Hammerschlag": Raumausstatter Jörn Kölsch, Laura-Monica Oprea von der Uni Bochum, Dr. Carsten Rensinghoff, Hauke Hoth und sein Assistent Jochen Kreusch (v.li.).

Mal werden sie angestarrt, mal ziehen die Leute ihre Kinder schnell weg - der Umgang mit Behinderten lässt offenbar nach wie vor zu wünschen übrig.  Die Aktion „Krüppelschlagen“ leitet ihren Name von diesen eher feindlichen Verhaltensweise gegenüber Behinderten ab: Sie nehmen sie oft als "Schläge" gegen sich selbst wahr. Und sie fühlen sich dadurch auf ihre Behinderung reduziert.

Um das auszudrücken, ließ sich jetzt bei der Aktion Hauke Hoth, der aufgrund einer frühkindlichen Hirnschädigung im Rollstuhl sitzt, symbolisch mit zwei Schaumstoff-Hämmern schlagen. Er habe immer wieder mit negativen Reaktion in der Öffentlichkeit zu tun, sagt er.

Es komme oft vor, dass Menschen ihm hintergucken oder tuscheln. „Ich weiß, dass sie es nicht böse meinen. Aber wenn die Leute schon als Kinder mit der Thematik ,anders sein’ in Berührung kommen, haben sie als Erwachsene weniger Vorurteile“, erklärt der 29-Jährige. Darum sei es umso wichtiger mit der Gesellschaft in einen Dialog zu treten und zum Nachdenken anzuregen

Er wolle aber klarstellen, dass es neben den negativen Erfahrungen durchaus auch viele positive Begegnungen gebe. „Es geht darum, die Menschen auf die Thematik aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren“, erklärt Dr. Carsten Rensinghoff, Organisator der Aktion. Dafür, dass eine Integration ohne Probleme gelingen kann, ist Hauke Hoth ein perfektes Beispiel. „Ich war der erste Rollstuhlfahrer in Niedersachsen, der von der ersten Klasse bis zum Abi auf eine reguläre Schule ging“.

Die Beteiligung von Raumausstatter Björn Kölsch ergab sich eher zufällig. Rensinghoff ist Kunde in seinem Laden und fragte, ob Kölsch nicht die Kunststoffhämmer anfertigen könne. „Da ich selbst einen behinderten Sohn habe und daher die Ausgrenzungen im Alltag mitbekomme, war das Interesse für die Aktion direkt vorhanden“, sagt Kölsch.

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