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Verdienter Festakt

Lebenshilfe feiert 50-jähriges Jubiläum im Kunstmuseum

BOCHUM 50 stolze Jahre hat die Lebenshilfe in Bochum inzwischen auf dem Buckel. 50 Jahre, auf die es sich lohnt zurück zu blicken. Während am Samstag das große Sommerfest rund ums Ulrich Jacobowsky Haus stattfindet, wurde der Verein bereits am Freitagvormittag bei einem Festakt im Kunstmuseum entsprechend gewürdigt.

Lebenshilfe feiert 50-jähriges Jubiläum im Kunstmuseum

Nach den Vorträgen war noch Zeit für einen entspannten Plausch, hier Behindertenbeauftragter Hubert Hüppe und Lebenshilfe-Bewohner Ulrich Licht (l.).

„Bereits ein halbes Jahrhundert stehen wir mit der Lebenshilfe für Beständigkeit und Verlässlichkeit“, fasst Elisabeth Marx-Köppen, Vorsitzende der Lebenshilfe Bochum, die bisherige Arbeit zusammen. Dass sie seit Bestehen des Vereins erst die dritte Vorsitzende ist, spricht da für sich. Und diese Beständigkeit zahlt sich aus.

Denn längst ist die Lebenshilfe nicht mehr nur ein Interessenverbund von Eltern mit behinderten Kindern, die sich für ein gleichberechtigtes Leben in der Gesellschaft einsetzen. Dieser Grundgedanke besteht zwar immer noch, aber inzwischen bietet sie Wohngruppen, Arbeitsplätze und vieles mehr. Natürlich stets unter dem Grundsatz der Selbsthilfe und mit großem Erfolg. „Vor 50 Jahren noch galten diese Menschen kategorisch noch als nicht ausbildungsfähig“, so Wolfgang Schäfer vom Landesverband der Lebenshilfe NRW. „Ich denke, wir haben das Gegenteil beweisen können.“ Klaus-Peter Schäfer vom Paritätischen Landesverband merkte in seinem anschließenden Grußwort jedoch an: „Die Erfolge der Vergangenheit sind großartig, doch dürfen wir uns selbst nicht genug werden.“ Die Lebenshilfe hat noch eine Menge vor. 2013 dürfen sie sich über einen weiteren großen Schritt in Sachen Inklusion freuen. Durch ihr Wirken wird der Behindertenausweis die unauffällige Form einer Kreditkarte bekommen.

Doch sehen darin sowohl die Mitarbeiter keinerlei Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. „Es ist noch ein weiter Weg, bis wir überall sehen, was hier vor uns haben: Menschen mit und ohne Behinderung, einfach zusammen, ohne Unterschiede“, erklärte Jeanne Nicklas-Faust, Bundesgeschäftsführerin der Lebenshilfe. Auch der Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, führte noch einmal vor Augen, welche Aufgaben noch bevorstehen: „Ein abgesenkter Bordstein ist noch lange keine Inklusion. Es bedeutet gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in allen Bereichen. Es ist noch viel zu tun.“ Doch trotz der mahnenden Worte vieler Redner überwog bei allen Anwesenden die Freude über den runden Geburtstag, vermengt mit einer gehörigen Portion berechtigten Stolzes.

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