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Gesundheitsnetz Gemeinsam am Start

Arzt, Pfleger und Patient gemeinsam unterwegs

Legden/Ahaus Im Gesundheitswesen auf Augenhöhe miteinander arbeiten, das ist nicht selbstverständlich. Das Gesundheitsnetz Gemeinsam will das ändern.

Arzt, Pfleger und Patient gemeinsam unterwegs

Freuen sich über die Anerkennung als förderungsfähiges Praxisnetz durch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe: (v.l.) Volker Schrage, Martina Schrage, Daniela Balloff, Martin Lederle und Elisabeth Lohmann. Foto: Ronny von Wangenheim

Das Gesundheitsnetz Gemeinsam Westmünsterland (GG WML) hat einen ersten Schritt geschafft. Es wurde als Praxisnetz anerkannt und ist damit förderungswürdig. Die Pläne sind ambitioniert. Ein erstes Projekt dreht sich um an Demenz erkrankte Patienten. Wir haben Fragen und Antworten zum Thema.

Was ist das Gesundheitsnetz Gemeinsam? Der Zusammenschluss von mehr als 50 Haus- und Fachärzten und niedergelassenen Psychotherapeuten ist entstanden aus dem Praxisnetz Altkreis Ahaus, um das es in den vergangenen Jahren ruhig geworden ist. Jetzt geht es mit neuem Namen und einem neuen Programm an die Arbeit. Dafür gibt es Kooperationen mit „nichtärztlichen Leistungserbringern“ wie Pflegeeinrichtungen, Apotheken, Physio- und Ergotherapeuten. Vorsitzender ist der Legdener Arzt Dr. Volker Schrage. „Wir sind das 20. anerkannte Netz in Westfalen-Lippe“, sagt er nicht ohne Stolz.

Was sind die Ziele? Es geht um die Verbesserung der ambulanten Versorgung. Man will ein „Motor der Innovationen in der medizinischen Versorgung“ sein und interdisziplinär arbeiten. Zwei Projekte werden zum Beginn vorangetrieben. Eine hauptamtliche Geschäftsführung, angesiedelt in Legden am Standort der Hausarztpraxis Münsterland von Volker Schrage, sorgt dafür, dass die Projekte nicht im Arbeitsalltag der Ärzte vergessen werden. „Es braucht eine hauptamtliche Organisationsstruktur“, sagt Martina Schrage, die sich diese Aufgabe mit Daniela Balloff teilt.

Woher kommt der Name „Gemeinsam“? Es soll das Projekt „Gemeinsam“ fortgeführt werden, das für die Regionale 2016 von der Hausarztpraxis Münsterland und Partnern wie dem Caritasverband entstanden ist. Rund 80 Patienten haben schon mitgemacht. Im Blick sind demenziell erkrankte und demenzgefährdete Menschen. Das Prinzip ist einfach. Der Arzt, der Physiotherapeut, der Altenpfleger arbeiten eng zusammen, besprechen bei Fallkonferenzen das Vorgehen.

Warum ist es so wichtig, dass jeder alle Informationen hat? „Man bekommt ein kompletteres Bild vom Patienten“, sagt Volker Schrage. „Bislang ist es so, dass die Patienten oft die einzige ,Kommunikationsbrücke’ zwischen den ärztlichen, beratenden, pflegenden und therapeutischen Professionen sind.“ Wenn sich Menschen nicht adäquat verständigen können oder aber sich auch gern mal gesünder präsentieren, als sie sind, bleiben wichtige Informationen auf der Strecke. Davon kann auch Dr. Martin Lederle berichten. Der Diabetologe im Medizinischen Versorgungszentrum Ahaus sagt: „In der Zeit bei mir kann ein Patient eine Demenz oft verbergen.“ Die Information wäre aber für die richtige Behandlung wichtig.

Wie kann die Zusammenarbeit funktionieren? Im besten Fall wird dies in Zukunft alles digital passieren. Der elektronische Arztbrief, die elektronische Fallakte soll beispielsweise schnell zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten ausgetauscht werden. So steht als zweites Projekt eine Kooperation mit „I/E-Health NRW“ auf dem Programm, das derzeit in vier Modellregionen, darunter Borken/ Ahaus, eine gemeinsame IT-Infrastruktur entwickelt.

Gibt es weiteren Nutzen? Martin Lederle geht davon aus, dass nach einer Anlaufzeit Zeit gespart wird. „Jeden Tag ist eine halbe Stelle damit ausgelastet, Befunde anzufordern und Informationen einzuholen.“ Gynäkologin Elisabeth Lohmann, stellvertretende Vorsitzende des Gesundheitsnetzwerks, ist überzeugt, dass sich in Zukunft die Erkenntnisse auf andere Erkrankungen ausdehnen lassen.

Hilft „Gemeinsam“, Ärztenachwuchs für das Münsterland zu interessieren? Ja, sagt Volker Schrage. „Die jungen Ärzte wollen nicht mehr alleine arbeiten. Wenn man sie dafür begeistern will, hier zu arbeiten, muss man ihnen auch was bieten. Da braucht es andere Strukturen.“

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