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Verzögerungen

Baustelle B 474: Sperrung ab Montag zwischen A 31 und Neue Mühle

LEGDEN Bruno Tenhumberg hat den Kaffee auf. Gerade noch wälzten sich zwei Asphaltfertiger zentimeterweise über die B 474 und sorgten für die oberste Schicht der Straßendecke. Doch jetzt ist das Material alle. Und Nachschub nicht in Sicht. Die beiden Maschinen stehen. "Das geht gar nicht", wettert Tenhumberg, der für Straßen.NRW die Bauüberwachung macht.

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Zwei Asphaltfertiger fahren auf der B 474 in Nähe des Hotels Hermannshöhe dicht nebeneinander. So entsteht keine Mittelnaht, die eigens noch bearbeitet werden muss. Kurze Zeit nach diesem Foto stoppten die Fahrzeuge: Material fehlte.

Die Bauarbeiten schreiten voran.

Blick ins Arbeitsgerät

Ein Stück der Straße ist bereits geschafft.

Der Zeitplan steht. Ab Samstagnachmittag soll der Verkehr wieder vom Hotel Hermannshöhe durch Legden hindurch gehen. Die Tankstelle Pludra rechnet damit, spätestens Sonntag, besser noch am Samstag wieder öffnen zu können. Noch ist Tenhumberg zuversichtlich, dass das auch gelingt. Denn insgesamt läuft es ganz gut mit der Sanierung.

Wenn alle Rädchen ineinandergreifen, dann ist so eine Fahrbahndecken-Sanierung eine durchaus schnelle Sache. So sagt es Josef Brinkhaus, Sprecher von Straßen.NRW und zeigt auf die B 474 in Nähe des Hotels Hermannshöhe, wo gerade die letzte Schicht der Fahrbahndecke entsteht.

"Heiß verbacken"

In Lastwagen wird der Asphalt angefahren und in einen Beschicker umgefüllt, der das Material durchmischt, sodass überall gleiche Temperaturen herrschen. Dann kommt der Asphalt in die beiden Fertiger, die langsam und leicht versetzt nebeneinander her fahren. "Das Material wird heiß verbacken", erläutert Brinkhaus. So entsteht keine Mittelnaht, die später die erste Bruchstelle sein könnte. Am Ende der Kette stehen die derzeit vier Walzen, die der Fahrbahn mit ihren verschiedenen Vibrationssystemen den letzten Schliff geben. "Es ist eine Maschinen- und Materialschlacht", fasst Brinkhaus zusammen.

Doch dann stehen die Rädchen oder besser Walzen still. Wie kann es sein, dass eine so große Firma wie Deuba kein Bitumen für die Asphaltmischung liefern kann - diese Frage stellt sich in diesem Moment nicht nur Brinkhaus. Auch Tenhumberg und die ausführende Firma Oevermann wissen für den Moment nicht weiter.

Deponie am Niederrhein

Es ist nicht die erste Störung. Erst sorgte eine defekte Mischschnecke in einem Mischwerk für Verzögerungen. Als dann die Fahrbahndecke ausgefräst wurde, stellte sich heraus, dass es sich um teerbelastetes Material handelt. Damit war das mit den gut funktionierenden Rädchen erst mal wieder vorbei.

Laster, die Asphalt anlieferten, durften das Fräsgut nicht wieder abfahren. "Das muss in eine Deponie. Die nächste ist in Goch am Niederrhein", informiert Tenhumberg. Die Wege werden weiter, zusätzliche Laster notwendig. Doch die gibt es nicht. Das Straßenbaugeschäft boomt. Tiefbaufirmen und Mischwerke sind alle ausgelastet. Freien Frachtraum gibt es nicht mehr.

Einsatz rund um die Uhr

Maschinen, die nachmittags noch in Legden stehen, werden nachts auf einer der Baustellen auf der A31 oder A43 eingesetzt. Und die ersten LKW, so berichtet es Brinkhaus, starten schon nachts gegen 3 Uhr in Richtung Sauerland, um Material zu holen.

Ab Montag geht es im dritten Abschnitt der Fahrbahnsanierung weiter. Zwei Wochen ist Zeit, um den Abschnitt von der Kreuzung Neuem Mühle bis zur A31 fertigzustellen. Die Erfahrungen der vergangenen Woche haben Tenhumberg alarmiert. Er hat bereits an 16 Stellen die Straße aufgebohrt und Material aus verschiedenen Schichten zur chemischen Untersuchung geschickt. Tenhumberg ist entschlossen: "Wir werden es schaffen. Und wenn Tag und Nacht gearbeitet wird."

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