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13. Auflage

„Dynamo“ surrt klassisch in der Gnadenkirche

LEGDEN Einmal mehr hat sich die mobile Teilbestuhlung im kleinen Kirchenschiff der evangelischen Gnadenkirche in Legden bewährt. In Sichtkontakt mit Gijs van Schoonhoven (Orgel) und Hanne Feldhaus-Tenhumberg (Flöten) lauschten zahlreiche Besucher den klassischen Werken alter Meister.

„Dynamo“ surrt klassisch in der Gnadenkirche

Hanne Feldhaus-Tenhumberg (Flöten) und Gijs van Schoonhoven (Orgel) im Konzert.

„Ich wollte heute eigentlich singen. Mich hat nur ein böser Hustenreiz erwischt. Deshalb bat ich die lieben Musikerkollegen, heute beim Konzert in der Reihe Dynamo zu musizieren“, begrüßte Helen van Almsick. Humorvoll tröstete Schoonhoven über die rasant gesunkene Besucherschar im Vergleich zu anderen Konzerten der Reihe hinweg: „Schön, dass sie so wenige sind. Dann klingt die Kirche besser.“ Beide Musiker sind sowieso Garanten für wunderschöne Interpretationen klassischer Musikstücke. Mit Georg Friedrich Händels Sonate F-Dur (op.1 Nr.11) wagten sie den Konzertauftakt. Selten zu hören sind Kompositionen des Japaners Yatsuhashi Kengyo (1614-1685) für Tenorblockflöte solo. Es war ein besonderes Erlebnis, diese asiatisch gefärbte Musik zu hören in einer Zeit, wo hierzulande der Frühbarock den Ton angab. Zwei der sechs Stücke spielte Feldhaus-Tenhumberg. Sie entführten in eine ganz andere musikalische Welt, die vom Publikum ebenso dankbar aufgenommen wurde. Zum Ausgleich spielten beide Musiker „vier angenehme Tänzchen“, so Schoonhoven in der Ankündigung. Andrea Falconiero hatte sie 1650 in Neapel komponiert.

Mit Werken von Johann Sebastian Bach kehrte das Duo musikalisch in die erste Hälfte des 18. Jahrhunderts und damit in die Zeit Händels zurück. Fantasie in c-moll (BWV 562) und Fuge in c-moll (BWV 575) als Orgelsoli und die Triosonate Es-Dur (BWV 525) für Altblockflöte und Orgel rundeten das Konzertprogramm ab, das mit Musik des 17. und 18. Jahrhunderts begeisterte. Ganz nebenbei erlaubte das Konzert in der Gnadenkirche die intensive Betrachtung der Holzschnitte von Karl-Heinz Hansen-Bahia (1915-1978), der zu den bedeutendsten Holzschneidern der Gegenwart zählt. Als Karl-Heinz Hansen wurde er in Hamburg geboren, erlebte den Zweiten Weltkrieg als Soldat und ließ sich in Brasilien nieder. Seitdem nannte er sich Hansen-Bahia. Während eines kurzen Intermezzos im bayerischen Tittmoning entstand 1964 der große Tittmoninger Kreuzweg aus 14 Holzschnitten, der in der Legdener Kirche seit Gründonnerstag bereits zu sehen ist. Schonungslos setzt Hansen-Bahia die Gestalt Christi, der den Weg der Passion beschreiten musste, den Machthabern der Welt gegenüber, die über Leichen gehen.

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