Diese Website verwendet Cookies. Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutz-Erklärung
Anzeige
Anzeige

Eva, die Schlange und viel Kaffee

Legden Kleine himmelblaue Häschen halten sich an den Pfoten und tanzen Ringelrein im Abendrot. Ganz anders wenige Kilometer weiter: Regungslos starren dort die Zwei-Meter-Frau Eva und ihre nicht minder massige grüne Begleiterin, die Schlange, in ein dickes Buch und lesen - halb fassungslos, halb amüsiert - die Geschichte von der Vertreibung aus dem Paradies.

Grelle Farben hier und dort. Anschauliche Motive allenthalben. Und jede Menge mehr oder weniger versteckter Humor: So unterschiedlich auch die Arbeiten von Ilona Gorecka und Eike Gornowicz sind, diese Gemeinsamkeiten fallen ins Auge. Genauso wie der Wunsch, neue künstlerische Wege zu beschreiten. Die Ausgangspunkte sind bei beiden Frauen die gleichen: ihre jeweiligen Arbeitsräume in Legden, Mühlenstiege 19 und Asbeck, Stiftsstraße 14.

Draußen fegt das gelbe Laub in kühlen Böen über den Hof - bis direkt vor das gläserne Tennentor des Hofes am Mühlenbach. Dahinter ist es angenehm warm. Ein großer Arbeitstisch steht in der Mitte des riesigen Raums, ein Sofa rechts auf dem Podest an der Seite, ein Bollerofen hinten in der Ecke - und dazwischen jede Menge Kunst: Objekte, Gemälde, Graphiken, Miniaturen und stapelweise Materialien, die erst noch verarbeitet werden sollen: "Ich sammele immer", erklärt Ilona Gorecka-Sonnewend fast entschuldigend. Wo andere nur Körbe mit Hölzern, Zapfen, Muscheln, Lindenbaumfrüchte und Federn wahrnehmen, sieht sie Werkstoffe, die danach schreien, in einen neuen Aggregatzustand überführt zu werden - am liebsten zurzeit in Collagen mit einer bestechenden Formstrenge. "Ich habe immer 100 Ideen und komme gar nicht nach, sie schnell genug umzusetzen." Die Phase, in der sie in grellen Farben Hirsche, Häschen und Gardinenspitzen zu skurrilen Gemälden komponierte - Kitsch mit Hintersinn, wie sie selbst sagt - ist gerade beendet. Jetzt dominiert das runde Element: Ein Kleid aus lauter zusammen genähten Kreisen schwebt im Raum, braune Kreise in Brauntönen tanzen an der Wand - erst auf den fünften Blick wird klar: "Jawohl, Kaffeepads", bestätigt die Künstlerin lachend.

Gespiegelte Kunst

Die Suche nach Erkenntnis treibt nicht nur das Urweib Eva im Asbecker Ortskern um. Auch die Schöpferin der Skulptur aus Draht, Tapete und jeder Menge Farbe fühlt sich diesem Prinzip verbunden. "Ich will nicht nur immer wieder das machen, was ich gut kann", sagt Eike Gornowicz und streift mit einem Blick flüchtig über eines ihrer großen fotorealistischen, gleichzeitig aber verfremdeten Gemälde. "Ich will mich auch in Neuem ausprobieren" - etwa in den großen Plastiken. Oder auch in den gerade mal 20 mal 20 Zentimeter kleinen, bemalten Spiegelkästen: Man muss sie in die Hand nehmen und drehen, um zu erkennen: Die Dinge sind anders als sie zunächst scheinen - nicht nur für Eva. sy-

Anzeige
Anzeige
Das könnte Sie auch interessieren

Pflanzenmarkt im Dahliengarten

Dahliengarten Legden ein wahrer Besuchermagnet

Legden. Ob die Sonne so viele Blumenfreunde angelockt hatte? Der Pflanzenmarkt im Dahliengarten war ein Publikumsmagnet. Und sorgte auch für Verdruss.mehr...

Kaputtes Stauwehr legt Dinkel trocken

Angler fürchten um Fische

Legden Wo früher an der Düstermühle Boote lagen, mit denen man auf der Dinkel rudern konnte, sind heute Sandbänke zu sehen. Der Wasser staut sich nicht mehr. Die Angler sind alarmiert.mehr...

Schnadgang und Düstermühlentag in Legden

Grenzen abschreiten und den 1. Mai feiern

Legden Der 1. Mai lockt viele Menschen ins Freie. In Asbeck brechen Ritter und Stiftsdamen zum Schnadgang auf. Und die Düstermühle feiert den Neustart.mehr...

Futterpflanzen für Wildbienen fehlen

„Wer Ställe baut, muss auch für Futter sorgen“

Legden Mit Wildbienen-Nistkästen wollen Landwirte und andere Akteure in beiden Ortsteilen die Artenvielfalt stärken. Heinz Nottebaum geht das nicht weit genug.mehr...

Historische Postkarten aus sechs Orten

So sah unsere Heimat früher aus

Ahaus Viele Jahrzehnte wurde auf Ansichtskarten ein Stück Heimat in die Welt geschickt. Heute gibt es sie zwar auch noch, doch ein mit dem Smartphone gemachtes Foto ist im nächsten Moment schon beim Empfänger. Aus der Zeit, als Postkarten noch „in“ waren, stammen die Motive, die unsere Redaktion für eine Serie zusammengestellt hat.mehr...

Gasleitung zwischen Epe und Legden

Trasse für Gasleitung wird 15 Kilometer lang

Heek/Legden Die Schneise für die Erdgasleitung Epe-Legden wird immer länger. 1000 Rohre werden dort verlegt. Jetzt wurden die ersten Schweißnähte gesetzt.mehr...