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Feuerwehr ruft die Landwirte zur Hilfe auf

Brandgefahr

Seit mehreren Wochen gibt es auch im Kreis Borken fast täglich Feldbrände. Nun bittet die Freiwillige Feuerwehr Legden die Landwirte um Unterstützung.

Legden

von Marvin Brückmann

, 12.07.2018
Feuerwehr ruft die Landwirte zur Hilfe auf

Beim Brand einer Strohpresse und eines Traktors geriet Anfang Juli ein Feld im Beikelort in Brand – der Schaden belief sich auf rund 350.000 Euro. foto Feuerwehr Legden

Die Trockenheit der vergangenen Wochen hält die Feuerwehr in Atem und bedroht die Existenz vieler Landwirte – auch wenn es zuletzt einige Schauer gab. Nun reagiert die Gemeinde Legden mit einer Meldung auf der Homepage der Gemeinde, in der die Feuerwehr Legden die Landwirte um Mithilfe bittet. Sie sollen demnächst einige Vorkehrungen treffen, um die Feuerwehr zu entlasten.

„Wir hatten zwar erst einen Feldbrand in Legden, trotzdem müssen wir die Landwirte provisorisch vorbereiten“, äußerte sich Klaus Uppenkamp, Leiter der Feuerwehr Legden, zum Thema. Die Landwirte müssten unbedingt mithelfen, da die Feuerwehr momentan einfach ausgelastet sei. „Meine Männer sind durch diese Einsätze einer enormen körperlichen Belastung ausgesetzt“, sagte Uppenkamp.

Landwirte einsichtig

Die Situation in Legden sei zwar noch nicht „brandgefährlich“, aber es könne noch zu größeren Bränden kommen. Deshalb beinhalten die Vorgaben auch, dass die Maschinen vor dem Einsatz gereinigt werden müssen, dass mit allen Mitarbeitern Verhaltensregeln zu besprechen sind und dass Güllefässer mit Löschwasser bereitzustellen sind, um die Ausbreitung eines Feuers unterbinden zu können.

Christian Bomberg, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Legden, empfindet die Aufforderung durchaus als angebracht. „Die Trockenheit kann aktuell viele und vor allem große Brände verursachen. Momentan wird die Hilfe der Landwirte dringend benötigt. Die Vorkehrungen sorgen für Entlastung bei der Feuerwehr und dämmen mögliche Schäden ein“, sagte er. Denn Christian Bomberg ist bewusst, dass auch die Existenz der Landwirte in Gefahr ist. In Nordrhein-Westfalen sind schon bei mehreren Feldbränden Schäden im sechsstelligen Bereich gemeldet worden – wie zuletzt beim Brand einer Strohpresse, eines Traktors und eines Felds im Beikelort. Bomberg: „Es ist teurer, den Schaden für einen Feldbrand zu bezahlen, als die Vorkehrungen zur Bekämpfung eines solchen zu treffen.“ Häufig führten beim Ernten kleine Funken zu einem Brand, der dann auf das gesamte Feld übergreife und teilweise die Erntefahrzeuge beschädige.

Gefährliche Funken

Was ein kleiner Funken auslösen kann, schildert Christian Bomberg: „Ich habe selbst miterlebt, was ein kleiner Funken ausrichten kann. Letzte Tage hat ein Autofahrer eine Zigarette aus seinem Auto geworfen und damit den Seitengraben in Brand gesetzt.“ Der Aufruf an die Landwirte sei nach einem Gespräch mit dem Brandmeister verbreitet worden. Das bestätigte auch Klaus Uppenkamp. „Im Ortsverein sind die Landwirte besser untereinander verknüpft. Deswegen haben wir uns an diesen gewandt, damit alle Landwirte in Legden die Meldung erhalten.“

Zwar ist die Lage auch für die Wälder in der Region gefährlich, in Mecklenburg-Vorpommern jedoch ist es noch schlimmer: Der Waldbrandindex (WBI) in Mecklenburg-Vorpommern lag teilweise bei der höchsten Stufe fünf. Deshalb hatten der dortige Landwirtschaftsminister Till Backhaus und der Landesbauernpräsident Detlef Kurreck die Landwirte um Unterstützung gebeten. Dort sollen ähnliche Vorkehrungen wie in Legden die Ausbreitung von Feldbränden verhindern.

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