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Integrationslotsen

„Jetzt fehlen uns einfach Mitmacher“

LEGDEN 135 Flüchtlinge aus verschiedenen Nationen sind in Legden untergebracht. Aber wie funktioniert das mit der Willkommenskultur im Dahliendorf? Über diese Frage tauschte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer bei einem Besuch vor Ort mit den ehrenamtlichen Helfern aus.

„Jetzt fehlen uns einfach Mitmacher“

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (3.v.l.) erörterte die Situation mit den Helfern vor Ort in Legden.

Sigrid Goßling, SPD-Fraktionsvorsitzende im Rat der Gemeinde, zeigte der Abgeordneten bei einer Rundfahrt durch Legden und Asbeck die einzelnen Flüchtlingsunterkünfte. Die Gemeinde hat Privathäuser gekauft oder angemietet und stellt weitere Unterkünfte wie die Wohncontainer an der Brigidenschule zur Verfügung. Um Krisen zu vermeiden, legt die Gemeinde großen Wert darauf, die Flüchtlinge nach ethnischen Gruppierungen getrennt unterzubringen. "Das funktioniert sehr gut", so Goßling.

Bei einem Treffen mit ehrenamtlichen Integrationslotsen und SPD-Kommunalpolitikern im Jugendhaus Pool gab es dann die Möglichkeit, sich intensiv und auch kritisch über die Thematik rund um die Flüchtlingshilfe auszutauschen. Sigrid Goßling lobte den großen Einsatz, den die Ehrenamtlichen leisten.

Standard nicht zu halten

Dieser Standard könne aber nicht gehalten werden, machte Bruno König, Sprecher der Integrationslotsen, deutlich. Zu Beginn des Flüchtlingszuzugs habe es zahlreiche Helferinnen und Helfer gegeben, nun sei nur noch eine Handvoll übrig. "Jetzt fehlen uns einfach Mitmacher", sagte Daniela Kersting, die auch in ihrem persönlichen Umfeld für Mithilfe wirbt.

"Eine große Hilfe für uns wäre ein hauptamtlicher Ehrenamtskoordinator", so König. Arndt-Brauer erläuterte, dass die Kommunen finanzielle Unterstützung für die Einrichtung einer solchen Stelle bekommen könnten. Wenn man das auch für Legden in Anspruch nehmen möchte, würde sie sich für die Finanzierung einsetzen.

Breiten Raum bei der Diskussion nahm die Integration in den Arbeitsmarkt ein. Neben fehlenden Sprachkenntnissen sei auch eine Anerkennung der Schul- und Ausbildung im Heimatland der Betroffenen ein Problem. Auch wegen der Vorbehalte von Arbeitgebern sei es sehr schwierig, die Menschen in Arbeit zu bringen, berichtete ein Integrationslotse. Auf der anderen Seite gebe es aber auch motivierte Unternehmen, die die Flüchtlinge bei ihrem Einstieg in den Arbeitsmarkt intensiv unterstützten und somit ein positives Signal sendeten.

Hemmnis Bürokratie

Ein weiteres Hindernis sei die Bürokratie, die es häufig verhindere, zeitnah eine Arbeit oder Ausbildung aufzunehmen. Einig war sich die Runde, dass dieses zu starre System verändert werden müsse. Arndt-Brauer zeigte sich beeindruckt vom ehrenamtlichen Engagement der Legdener und überreichte als Anerkennung einen Gutschein für eine Reise nach Berlin.

Wer sich ehrenamtlich in der Flüchtlingsbetreuung engagieren möchte, kann sich im Internet informieren: www.willkommen-in-legden.jimdo.com

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