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Legden liegt bei Gewaltkriminalität ganz vorne

Leben im Dahliendorf ist aber sicher

Legden Die Wahrscheinlichkeit, in Legden Opfer einer Gewalttat zu werden, ist so hoch wie nirgendwo anders im Kreis Borken. Das sagt die Kriminalitätsstatistik für das Jahr 2017 aus. Anlass zur Sorge ist das aber nicht. Die Vielzahl der Fälle hat einen bestimmten Grund.

Leben im Dahliendorf ist aber sicher

Die Legdener können sich sehr sicher fühlen. So sagt es Frank Rentmeister, Pressesprecher der Kreispolizei. Legden steht zwar bei der Kriminalitätshäufigkeitszahl zum Thema Gewaltkriminalität einsam an der Spitze. Das hat aber einen einzigen Grund: Das Dorf Münsterland zieht Wochenende für Wochenende viele Menschen aus ganz Deutschland an. Party, Alkohol – das ist die Grundlage für Streitereien.

Gewaltkriminalität 23 Fälle, Körperverletzung 73 Fälle, „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ 7 Fälle – so listet es das Statistische Jahrbuch für den Kreis Borken auf. Das meiste davon dürfte auf das Dorf Münsterland entfallen. Dramatisch sind die Zahlen nicht, so Frank Rentmeister, der auch auf den Sicherheitsdienst des Dorfs Münsterland verweist. „Da passiert auf dem Oktoberfest mehr.“

Die vielen Tausende Besucher der Erlebnisgastronomie fließen zudem nicht in die Berechnung der Kriminalitätshäufigkeitszahl zur Gewaltkriminalität ein. Diese bezieht sich nur auf die Einwohnerzahl und rechnet die Fälle auf 100.000 Einwohner hoch. Hätte Legden so viele Einwohner, käme es zu 317 Gewalttaten. Zum Vergleich: In Ahaus wären es 178, in Heek 106, in Stadtlohn 103, im ganzen Kreis 171, im Land NRW 261.

„Hohes Sicherheitsniveau“

Schaut man auf alle Delikte, sieht es schon etwas anders aus. Auch hier wird die Häufigkeitszahl auf der Grundlage von 100.000 Einwohnern ermittelt. Legden liegt hier mit 5128 (2016: 5418) auf Platz 5 im Kreis. Einsame Spitze ist Gronau mit 10.853. „Legden liegt immer noch unter dem Kreisdurchschnitt von 5826 und deutlich unter dem Landesdurchschnitt von 7687“, betont Frank Rentmeister. Wenn geklagt würde, dann doch auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau. 392 Straftaten wurden 2017 von der Polizei in Legden registriert, eine mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote beträgt 53,6 Prozent, hebt Frank Rentmeister hervor. Im gesamten Kreis sind es 49,7 Prozent.

Auffallend: Die Zahl der Körperverletzungen ist von 49 auf 73 gestiegen, die Zahl der Diebstähle insgesamt von 220 auf 152 gesunken, die der Fahrraddiebstähle sank von 67 auf 40. Warum es zu den Abweichungen kommt, kann Frank Rentmeister nicht sagen. Manchmal reiche es, dass eine Bande gezielt einen Ort aussuche, um die Zahlen in die Höhe zu treiben.

Weniger Wohnungseinbrüche

Wohnungseinbrüche empfinden die Betroffenen als besonders belastend. „Das ist ein Schwerpunkt bei uns“, betont der Polizei-Pressesprecher. Auch bei Verkehrskontrollen werde auf mögliche Wohnungseinbrecher geachtet. Dazu kommen Kontrollen in besonders betroffenen Wohngebieten. „Ob Wach- oder Wechseldienst, alle arbeiten in diesem Feld mit“, so Frank Rentmeister.

Acht Einbrüche in Legden, also rein rechnerisch alle sechs Wochen einer – das ist ein guter Wert. 2015 waren es ebenfalls acht, 2016 dann 16. Auch 2018 könnten die Zahlen wieder steigen. Das steht schon nach den ersten Monaten fest. Anfang des Jahres häuften sich die Einbrüche und Einbruchsversuche in Wohnungen und Firmengebäude.

Ein Einbrecher, neun Taten

In der vergangenen Woche wurde in Gronau ein 34-Jähriger festgenommen. Er gestand später, zwischen November 2017 und Februar in Legden in drei Wohnungen und sechs Firmengebäude eingebrochen zu sein. Auch das ist ein Beleg dafür, wie ein Einzeltäter eine Statistik deutlich beeinflussen kann.

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