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Legdener durchs Leben geleitet

Legden Er hielt sie übers Taufbecken, führte sie zur ersten Kommunion, verheiratete sie und stand ihnen auch in ihrer letzten Stunde bei: Pastor Ulrich Hoinka hat 33 Jahre lang die Legdener Christen durch alle Wechselfälle des Lebens begleitet. Jetzt fängt für den 73-Jährigen selbst ein neuer Lebensabschnitt an: der Ruhestand.

Das erste Mal nach Legden kam der gebürtige Schlesier, der in Lüdinghausen aufwuchs, schon 1960 "per Fahrrad über Sandpättkes", wie er sich noch erinnert. Damals hatte Hoinka als junger Priester (am 2. Februar 1960 war die Weihe) gerade seine erste Stelle angetreten als stellvertretender Kaplan in St. Marien Ahaus.

Seitdem haben sich nicht nur die Straßen verändert. "Die letzten Jahrzehnte waren eine Zeit des Umbruchs, sagt er. Und meint auch Niedergang. Mit 48 anderen jungen Theologen hatte er noch das Priesterseminar in Münster besucht, "von einer solchen Zahl kann man heute nur noch träumen". Gleiches gilt für die Zahl der Kirchenbesucher in Legden: in den 70er Jahren fast 2400 an einem Wochenende und inzwischen um die 600.

Zahlen, wie sie nicht nur die Entwicklung in St. Brigida beschreiben, sondern bundesweit: Die Bindung an die Kirche sei für die Kriegs- und Nachkriegsgeneration noch selbstverständlich gewesen, damals gab es geradezu eine Aufbruchsstimmung", blickt Hoinka zurück. An ihre Stelle sei zwar nicht Ablehnung getreten, dafür aber eine Art Desinteresse. "Viele haben ja gar nichts gegen die Kirche, wenn man sie fragt, sie tun aber eben auch nichts dafür." Um aber das Schiff Gemeinde auch durch schwierige Zeiten zu steuern, ist Zusammenhalt wichtig. Und der setzt Wissen voneinander voraus. "Ich habe in den ersten zwei Jahren in Legden deshalb Hausbesuche gemacht, um möglichst alle kennen zu lernen", blickt Hoinka zurück.

Viele hat er seitdem immer wieder gesehen - nicht nur in den Gottesdiensten oder als oberster Dienstherr der mehr als 100 kirchlichen Angestellten aus den drei Kindergärten und dem Altenwohnhaus, sondern auch in den zahlreichen kirchlichen Vereinen. Insbesondere an den Veranstaltungen der katholischen Männergemeinschaft - weit und breit die einzige ihrer Art - nimmt der passionierte Bergwanderer und Landschaftsmaler Hoinka auch privat gerne teil.

Und wird es auch künftig tun. Denn Ulrich Hoinka bleibt auch als Rentner Legden erhalten - zusammen mit Maria Papenfort, die seit 43 Jahren den Haushalt des Priesters versorgt. Beide ziehen im nächsten Jahr in die alte Vikarie.

Weiter in Legden

Wenn er gerufen werde, wolle er auch künftig gerne aushelfen, "aber zunächst halte ich mich zurück", erklärt der scheidende Pastor - und das nicht, um sich zu schonen, davon hat Hoinka trotz seiner angeschlagenen Gesundheit stets abgesehen, sondern um seinem Nachfolger Christian Dieker (42) nicht "dazwischen zu funken".

Was er dem neuen Pastor wünscht? "Gute Kontakte und, dass das religiöse Leben in Legden wieder zunimmt." sy-

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